24. März 2016, 09:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Moody’s: Schwere Jahre für deutsche Lebensversicherer

Die anhaltenden Niedrigzinsen werden den deutschen Lebensversicherern nach Ansicht der Ratingagentur Moody’s in den kommenden Jahren weiter das Leben schwer machen. Der Verkauf von Lebens- und Rentenversicherungsverträgen dürfte auf dem Niveau von 2015 verharren, schrieben die Moody’s-Experten in einer in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichten Studie.

Moods Shutterstock 293228876-Kopie in Moodys: Schwere Jahre für deutsche Lebensversicherer

Die Ratingagentur Moody’s prophezeit den deutschen Lebensversicherern schwere Zeiten.

Die neuen Vertragsformen ohne den klassischen Garantiezins, die etwa die Allianz, die Munich-Re-Tochter Ergo und der französische Versicherer Axa anböten, dürften die Rückgänge im klassischen Geschäft nicht ganz auffangen.

Negativer Ausblick der Rating-Experten

“Es ist schwieriger, die neuen Produkte den Kunden zu erklären”, sagte Moody’s-Analyst Benjamin Serra. “Bisher hat man gesagt, es gibt folgende Garantie. Jetzt muss man das ganze Produkt erläutern.”

Den negativen Ausblick für die deutschen Lebensversicherer behalten die Rating-Experten daher bei. Zwar seien das 2016 für Deutschland erwartete Wirtschaftswachstum und die niedrige Arbeitslosigkeit positiv für die Versicherer. Das Niedrigzinsumfeld werde diese Effekte jedoch zunichtemachen und die Gewinne der Lebensversicherer weiter schmälern.

Das hat auch Auswirkungen auf das Abschneiden der Unternehmen bei den neuen Aufsichts- und Kapitalregeln “Solvency II”, die seit diesem Jahr gelten.

Gefahr des Zusammenbruchs

“Rund die Hälfte aller deutschen Lebensversicherer kann nur dank übergangsweiser Maßnahmen formell die Vorgaben von Solvency II erfüllen”, sagte Serra. Im günstigsten Fall könnten die meisten Versicherer innerhalb von 16 Jahren die verschärften Anforderungen erfüllen. Allerdings gebe es auch die Gefahr, dass Lebensversicherer zusammenbrächen und den Ruf der Branche beschädigten.

Die Schaden- und Unfallversicherer dürften nach Ansicht von Moody’s glimpflich davon kommen. Zwar träfen die niedrigen Zinsen auch sie. Allerdings erwartet die Ratingagentur, dass die Tarife in dem Bereich weiter moderat ansteigen. Sofern nicht schwere Klimakatastrophen die Ergebnisse belasteten, dürften die Beitragseinnahmen der Branche daher insgesamt ausreichen, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote dürfte “auf einem angemessenen Niveau von unter 100 Prozent bleiben”, schätzt Moody’s.

Quelle: dpa-Afx

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Gothaer: “Keine Reduzierung bei der Beratungskapazität”

Die Gothaer hat gegenüber Cash.Online bestätigt, dass der Konzern bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 700 bis 800 Stellen streichen wird. Dem stehe allerdings eine “natürliche Fluktuation” insbesondere durch anstehende Ruhestandsübergänge gegenüber. Diese Fluktuation liege nach aktueller Schätzung bei über 500 Mitarbeitern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom: Bauindustrie erreicht neue Bestmarken

Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom haben das Neugeschäft in der deutschen Bauindustrie auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten getrieben. Vor allem der Wohnungsbau treibt das Volumen in die Höhe.

mehr ...

Investmentfonds

Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

mehr ...

Berater

Vema: Sommerer verlässt Vorstand

Wie die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft mitteilt, ist der bisherige Vorstand Stefan Sommerer auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2017 aus dem Gremium ausgeschieden. Er hatte die Bereiche IT und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL platziert 930 Millionen Euro bei Institutionellen

Die KGAL Gruppe aus Grünwald hat im Geschäftsjahr 2016 fast 930 Millionen Euro an institutionellem Kapital eingeworben und damit das neu gezeichnete Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent gesteigert.

mehr ...

Recht

BAG-Urteil: Witwenrente nicht nur für “jetzige” Ehefrau

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Klausel, mit der nur der “jetzigen” Ehefrau des Arbeitnehmers eine Hinterbliebenenversorgung zugesagt ist, benachteiligt ihn unangemessen, so das Bundesarbeitsgericht.

mehr ...