Anzeige
Anzeige
22. Januar 2016, 16:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflege: Emotionalität ersetzt Preisschild

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt unaufhaltsam an. Damit sich diese Entwicklung auch in einer höheren Vorsorgebereitschaft der Bundesbürger niederschlägt, setzen Versicherer auf einen “emotionalen” Vertriebsansatz.

Emotionalität ersetzt Preisschild

Die Anzahl der 100-Jährigen wird sich in den nächsten 35 Jahren versechsfachen.

Sollte sich die Prognose der Bevölkerungsforscher tatsächlich bewahrheiten, steht die Gesellschaft in Deutschland vor einer immensen Herausforderung: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen werde hierzulande in den nächsten 15 Jahren um etwa 35 Prozent steigen, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) im Sommer 2015 mit.

Laut den Berechnungen der Wiesbadener Forscher werden im Jahr 2030 voraussichtlich 3,5 Millionen Menschen pflegebedürftig sein – fast eine Million mehr als heutzutage. So galten im Jahr 2013 „nur“ rund 2,6 Millionen Menschen als pflegebedürftig. “Triebfeder dieser Entwicklung ist die Alterung der starken Babyboomer-Jahrgänge der in den 1950erund 1960er-Jahren Geborenen”, erklärt Bevölkerungsforscher Stephan Kühntopf vom BiB.

Die Babyboomer gehen in Rente

In wenigen Jahren gehen die ersten Babyboomer in Rente. Im Jahr 2030 werden die 65-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe bilden und bis Mitte der 2030er-Jahre werden fast alle Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge im Ruhestand sein.

Zwar ist der Eintritt in den Ruhestand keineswegs als Vorbote einer baldigen Pflegebedürftigkeit zu verstehen – so gehen die Forscher beispielsweise davon aus, dass es in Zukunft weniger Pflegebedürftige unter 65 Jahren geben wird. Grund hierfür ist das steigende “allgemeine Gesundheitsniveau”, erklären die Demografie-Experten.

Langlegibkit von Frauen ist ein finanzielles Risiko

Doch da die Menschen in Deutschland zugleich auch immer älter werden, wächst auch das Risiko, irgendwann einmal gepflegt werden zu müssen: So leben beispielsweise schon heute über 17.000 100-Jährige in Deutschland – sie gehören damit zu der Bevölkerungsgruppe, die am schnellsten wächst.

Zudem soll sich die Anzahl der 100-Jährigen in den nächsten 35 Jahren versechsfachen. Vor allem für Frauen stellt die steigende Langlebigkeit ein finanzielles Risiko dar – zum einen müssen sie ihre privaten Ersparnisse, die im Geschlechtervergleich geringer ausfallen, auf einen längeren Lebenszeitraum strecken, zum anderen sind Frauen häufiger auf eine teure Pflege im hohen Alter angewiesen als Männer.

Laut BiB sind die Pflegequoten beider Geschlechter bis zum 80. Lebensjahr noch gleich hoch. Danach geht die Schere jedoch deutlich auseinander: Ab 90 Jahren sind demnach zwei von drei Frauen pflegebedürftig, bei den Männern ist es nur jeder Zweite. Eine jahrelange Pflege ist teuer und der Großteil der Kosten muss privat von den Betroffenen oder deren Angehörigen finanziert werden.

Seite zwei: Zweite Stufe der Pflegereform bietet zweite Chance

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

“Wir bringen die wichtigste Versicherung auf das Smartphone”

Mit dem “Helden Schutz” bietet das Hamburger Insurtech Haftpflicht Helden digitalen Haftpflichtschutz über das Smartphone an. Cash.Online hat mit dem Gründer-Team Stefan Herbst, Florian Knörrich und Jan Louis Schmidt gesprochen.

mehr ...

Immobilien

Weltweite Mieten für Top-Wohnimmobilien wachsen wieder

Der Index für die globalen Mieten von hochwertigen Wohnimmobilien hat nach Angaben von Knight Frank im Jahresrückblick per Ende Juni 2016 um 0,5 Prozent angezogen. Den größten Zuwachs verbucht Moskau.

mehr ...

Investmentfonds

BdB: Deutscher Bankenmarkt ist stabil und leistungsfähig

Die aktuellen Turbulenzen bei Bank-Aktien beruhen nach Einschätzung des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) nicht auf Fakten. “Der deutsche Bankenmarkt ist stabil und leistungsfähig”, sagte BdB-Präsident Hans Walter Peters am Freitag.

mehr ...

Berater

Achtung Scheinselbständigkeit: Gerade Versicherungsvertreter sind betroffen

Die Frage der Scheinselbständigkeit betrifft viele Versicherungsvertreter. Formal betrachtet sind diese zwar meist als Handelsvertreter nach § 84 HGB beschäftigt, tatsächlich liegt jedoch oftmals ein Angestelltenverhältnis vor. Gastbeitrag von Maike Ludewig, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer Vorstand der ZBI Fondsmanagement AG

Der Aufsichtsrat der Kapitalverwaltungsgesellschaft ZBI Fondsmanagement AG hat Carsten Schimmel (44) zum weiteren Vorstand für den Bereich Asset-Management bestellt.

mehr ...

Recht

Autonomes Fahren: Viele Unbekannte

Im Juli 2016 veröffentlichte das Handelsblatt Auszüge aus dem von Verkehrsminister Alexander Dobrindt erarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, um das voll autonome Fahren in Deutschland zu ermöglichen. Die bislang bekannten Passagen lassen gravierende Neuerungen erwarten und geben bereits jetzt Anlass zu kontroversen Diskussionen. Gastbeitrag von Dr. Thomas Grünvogel, CMS

mehr ...