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4. März 2016, 14:18
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Reiserücktrittsversicherung: Tod von Partner kein Rücktrittsgrund

Wenn der Ehepartner stirbt, ist das nach Auffassung des Amtsgerichts München kein Grund für den Rücktritt von einer gemeinsam geplanten Reise. Die Trauer sei keine unerwartet schwere Erkrankung im Sinn der Reiserücktrittsbedingungen, beschloss das Gericht in einem am Freitag veröffentlichten Urteil.

Reiseruecktrittsversicherung in Reiserücktrittsversicherung: Tod von Partner kein Rücktrittsgrund

Der Veranstalter berechnete Stornogebühren in Höhe von knapp 3500 Euro.

“Die (schwere) Trauer ist vielmehr als ganz normale Folge des Versterbens eines nahen Angehörigen zu sehen.” Die Reiserücktrittsversicherung müsse nicht zahlen.

“Die Klägerin zeigte nachvollziehbarerweise eine akute Belastungsreaktion – mithin einen psychischen Schock. Dies ist jedoch keine psychische Störung im Sinne eines regelwidrigen Zustandes.”

Reiseantritt unmöglich

Geklagt hatte eine Frau aus Straubing, die für sich und ihren Mann für den Juni 2014 eine zehntägige Schiffsreise von Paris in die Normandie für mehr als 5700 Euro gebucht hatte. Am 30. April 2014 beantragte sie die Reiserücktrittsversicherung für sich selbst, ihren Ehemann und zwei weitere Reisende. In der Nacht darauf starb ihr Mann völlig unerwartet. Die Versicherung nahm den Antrag der Klägerin rund eine Woche später an – nicht wissend, dass der Ehemann gestorben war. Die Klägerin stornierte die Reise am 20. Mai 2014.

Die Frau gab an, sie habe nach dem Tod ihres Mannes an einer schweren psychosozialen Belastungsstörung gelitten, wodurch der Reiseantritt unmöglich gewesen sei. Der Veranstalter berechnete Stornogebühren in Höhe von knapp 3500 Euro. Diese verlangte die Witwe von der Versicherung zurück – die weigerte sich jedoch, zu zahlen. Nach Auffassung des Gerichts muss sie das auch nicht.

Wie eine Gerichtssprecherin sagte, wäre das Urteil auch so ausgefallen, wenn die Frau die Versicherung früher abgeschlossen hätte. Das Urteil ist rechtskräftig (Aktenzeichen 233 C 26770/14).

Quelle: dpa-Afx

Foto: Shutterstock

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5 Kommentare

  1. Das muss wirklich eine sehr merkwürdige Versicherung sein! Ich vermute, dass die Stornierung zu spät erfolgt ist und das der Ablehnungsgrund war! Denn wirklich kurz nach der Buchung der Reise können die Stornokosten nicht so hoch sein! Darüber hinaus kann der Richter nur betrunken gewesen sein, jedenfalls nicht im vollem Besitz seiner geistigen Kräfte!

    Kommentar von Volker Dietrich — 7. März 2016 @ 16:05

  2. Was wurden denn da für Versicherungsbedingungen zu Grunde gelegt? In den gängigen, sehr gut bewerteten Rücktrittsversicherungen z.B. von Hanse Merkur oder Würzburger ist der Todesfall klar als Leistungsfall definiert.

    Kommentar von Daniel Ehrhardt — 7. März 2016 @ 12:56

  3. Nach meiner Auffassung gibt es kaum einen gewichtigeren Grund eine Reise nicht anzutreten – das solche Verträge überhaupt angeboten werden dürfen – so bekommt die Bezeichnung “fremdschämen” eine neue Qualität.

    Kommentar von Versicherungsmakler Marcus Wenz — 7. März 2016 @ 11:17

  4. Ich frage mich ob bei den Gerichten Roboter Recht sprechen o. Menschen!!

    Kommentar von Bernhard Becker — 7. März 2016 @ 10:50

  5. Das ist pietetlos, dann sollten die bedingungen klarer defeniert werden

    Kommentar von Uwe Götze — 7. März 2016 @ 09:17

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