Anzeige
26. Januar 2016, 18:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Deckungsstock auch für moderne Altersvorsorgeprodukte entscheidend”

Dr. Guido Bader, Vorstand Mathematik, Leben und Kundenservice der Stuttgarter Lebensversicherung, sagt im Interview mit Cash., wie er zur vertagten Abschaffung des Höchstrechnungszinses steht und erklärt, warum die Stuttgarter keine Garantieprodukte ganz außerhalb der “klassischen Welt” entwickeln möchte.

Deckungsstock auch für moderne Altersvorsorgeprodukte entscheidend

“Der Deckungsstock spielt auch für moderne Altersvorsorgeprodukte eine entscheidende Rolle bei der Garantieerzeugung. Diese ist kollektiv am effizientesten darstellbar.”

Das Bundesfinanzministerium hat dem Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung gewissermaßen eine Gnadenfrist eingeräumt und wird diesen – zumindest vorerst – beibehalten. Wie haben Sie die Entscheidung aufgenommen?

Bader: Die ursprüngliche Überlegung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF), keinen einheitlichen Höchstrechnungszins für die unter Solvency II fallenden Versicherer mehr vorzuschreiben, war durchaus konsequent und nachvollziehbar. Die Grundidee, Garantien an die Risikotragfähigkeit der Unternehmen zu koppeln, ist vom Prinzip her richtig. Wenn das BMF nun vorerst von dieser Idee abrückt, so schafft dies die notwendige Zeit, um über die zukünftige Ausgestaltung von Zinsgarantien in aller Ruhe nachzudenken.

Gibt es weitere Gründe, die gegen die rasche Abschaffung des “Garantiezinses” sprechen?

Zusätzlich wird verhindert, dass Unternehmen vor dem Hintergrund eines vermeintlichen Wettbewerbsdrucks ihre eigene Finanzkraft überschätzen und zu hohe Garantien versprechen. Wir können nämlich nicht davon ausgehen, dass heute schon alle Garantierisiken im Rahmen von Solvency II richtig und vollständig bewertet werden. Umgekehrt wären aber mehr Freiheiten bezüglich der Garantien in der Produktgestaltung durchaus wünschenswert.

Daher können wir nur den Meinungen zustimmen, wonach das Thema “Höchstrechnungszins” noch lange nicht vom Tisch ist. Wir brauchen hier mehr Flexibilität und gleichzeitig gewisse Leitplanken zum Schutz vor zu großen und schwer bewertbaren Garantierisiken. Nun kann und muss eine fundierte Diskussion beginnen.

Seite zwei: “Keine Garantieprodukte ganz außerhalb der klassischen Welt”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Rating: Die wirtschaftlich solidesten Krankenversicherer

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die Ergebnisse seines diesjährigen Folgeratings “KV Unternehmensqualität 2016” veröffentlicht. Darin werden die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst und die Marktteilnehmer verglichen.

mehr ...

Immobilien

Tüv-Süd-Mitarbeiter sollen intern S&K-Prüfung kritisiert haben

Im Ermittlungskomplex um millionenschwere Anlagebetrügereien beim Frankfurter Immobilienunternehmen S&K sind neue Vorwürfe gegen die Prüfgesellschaft Tüv Süd bekannt geworden.

mehr ...

Investmentfonds

“Falken im Rat der EZB auf dem Vormarsch”

Die EZB hat auf ihrer heutigen Ratssitzung beschlossen, den Leitzins bei null Prozent zu belassen und das Anleihekaufprogramm bis Ende Dezember 2017 zu verlängern. So urteilt die Branche über die überraschende Ankündigung

mehr ...

Berater

Künstliche Intelligenz wird zur Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz wird bereits in drei bis fünf Jahren eigenständig zentrale Aufgaben von Finanzdienstleistern übernehmen und dabei wiederkehrende Prozesse automatisieren, Handlungsempfehlungen liefern und komplexe Analysen erstellen. Das zeigen aktuelle Marktanalysen der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Chef von Hamburg Süd: Verkauf war “nicht zwingend notwendig”

Der Verkauf der Reederei Hamburg Süd an den dänischen Maersk-Konzern ist nach Angaben des Reederei-Chefs Ottmar Gast “nicht zwingend notwendig gewesen”.

mehr ...

Recht

Erstes Urteil im S&K-Prozess

Das Landgericht Frankfurt hat den Hamburger Unternehmer Hauke B. in Zusammenhang mit dem Skandal um das Frankfurter Immobilienunternehmen S&K zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt.

mehr ...