Anzeige
1. Februar 2016, 18:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Über die Konsequenzen aufklären“

Die private Pflegevorsorge wird von vielen Deutschen vernachlässigt – zu Unrecht, sagen Dr. Gerd Sautter, Vorstand Württembergische Krankenversicherung AG und Rainer Gelsdorf, Geschäftsführer Württembergische Vertriebsservice GmbH.

Pflege: „Über die Konsequenzen aufklären“

Gerd Sautter (li.) und Rainer Gelsdorf: “Wer nicht selbst für den Pflegefall vorsorgt, überträgt die finanzielle Belastung unter Umständen auf seine Familie.”

Die Pflegeversicherung wird in mehreren Stufen reformiert. Immer häufiger ist jedoch der Vorwurf in Richtung Politik zu hören, dass diese in Sache Pflege nichts im Griff habe. Teilen Sie diese Sicht?

Sautter: Grundsätzlich ist es positiv, dass mit dem neuen Pfl egegesetz hinsichtlich der Pflegeleistungen etwas in Bewegung gekommen ist. So haben es zum Beispiel Demenzkranke und Menschen mit psychischen Erkrankungen künftig leichter, Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten. Eines der drängendsten Probleme ist jedoch der Personalmangel in Pflegeheimen. Dagegen vermag das Gesetz nicht viel auszurichten.

Welche Wünsche haben Sie als Anbieter einer Pflegezusatzversicherung an die Politik?

Sautter: Es ist wünschenswert, dass die Bundesregierung die Pflege weiter auf die mediale Agenda und damit stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt. Die Bevölkerung sollte darüber aufgeklärt werden, dass das Sozialsystem lediglich eine Basisabsicherung darstellt – auch nach der Reform der Pflegepflichtversicherung.

Nur wer zusätzlich privat vorsorgt, ist im Pflegefall optimal versorgt. Die Bundesregierung plant, dass der pflegebedingte Eigenanteil mit zunehmender Pflegebedürftigkeit nicht mehr ansteigen soll. Halten Sie das für umsetzbar?

Sautter: In der Tat stellt das neue Gesetz sicher, dass der Eigenanteil bei einer Unterbringung in einem Pflegeheim unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad gleich hoch ist. Dies ist sehr zu begrüßen. Diskussionen über eine Höherstufung im Pflegegrad werden dadurch entschärft. Allerdings hat der Eigenanteil der Pflegebedürftigen in der Vergangenheit immer weiter zugenommen. Trotz der Absicht der Bundesregierung lässt sich diese Entwicklung meines Erachtens auch nicht grundsätzlich stoppen. Vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen und den zu erwartenden steigenden Pflegekosten wird die Begrenzung des Eigenanteils über das Umlageverfahren ohne signifi kante Beitragserhöhungen nicht dauerhaft zu finanzieren sein – ein weiterer Grund, zusätzlich privat vorzusorgen.

Seite zwei: “Für viele Menschen ist Pflegebedürftigkeit ein Tabu-Thema”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Ergo Direkt: Fintech-Manager wird neuer Vertriebschef

Manuel Nothelfer leitet ab sofort den Vertrieb der Ergo Direkt Versicherungen. Sein Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Online-Aktivitäten.

mehr ...

Immobilien

“Hausbau als Anknüpfungspunkt zur BU-Beratung”

Im zweiten Teil des Interviews mit Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool, spricht er mit Cash. über die Überarbeitung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) und Cross-Selling-Ansätze zwischen Baufinanzierung und Versicherungen.

mehr ...

Investmentfonds

Diversifikation ist besonders wichtig

Mike Brooks von Aberdeen Asset Management sieht derzeit die Notwendigkeit einer breiten Diversifikation. Hierbei sollten auch alternative Investments nicht vernachlässigt werden. Dieser Ansatz habe den Vorteil, dass Höhen und Tiefen ausgeglichen und die Renditen sehr viel beständiger werden.

mehr ...

Berater

Privatbanken: Einlagensicherung nur noch für Privatkunden

Deutsche Privatbanken planen, künftig nur noch Privatkunden durch den Einlagensicherung zu schützen. Wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mitteilt, werden die Banken im Rahmen einer Delegiertenversammlung im April über das Vorhaben abstimmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beste Stimmung bei Private-Equity-Managern

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Markt für Beteiligungskapital ist zum Ende des Jahres 2016 so gut wie zuletzt 2007. Der Geschäftsklimaindex des German Private Equity Barometers steigt im Schlussquartal um 2,5 Zähler auf 62,1 Saldenpunkte.

mehr ...

Recht

Elternunterhalt: Wann haften Kinder nicht?

Sind die Eltern pflegebedürftig und haben keine eigenen Ersparnisse mehr, dann müssen die Kinder für die Pflegekosten aufkommen – allerdings gibt es Ausnahmen wegen “unbilliger Härte”, wie das Oberlandesgericht Oldenburg kürzlich entschied.

mehr ...