15. Februar 2016, 18:22

Schaden-/Unfallversicherung: Digitale Konkurrenz für die AO

In der Schaden- und Unfallversicherung haben Internetportale und der Direktvertrieb die besten Wachstumsaussichten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Vertriebswege-Survey” des Beratungshauses Willis Towers Watson. Bis auf Weiteres bleibt die Ausschließlichkeitsorganisation (AO) der wichtigste Vertriebskanal im Schaden-/Unfall-Geschäft.

Vertriebswege Unfallversicherung in Schaden-/Unfallversicherung: Digitale Konkurrenz für die AO

In der Schaden- und Unfallsparte deutscher Versicherer blieb die Ausschließlichkeitsorganisation im Jahr 2014, trotz leicht fallendem Trend, der wichtigste Vertriebskanal.

Die große Mehrheit der von Willis Towers Watson befragten Versicherungsmanager sind der Ansicht, dass Internetportale (84 Prozent) sowie der Direktvertrieb (76 Prozent) in den kommenden fünf Jahren immer wichtiger werden (siehe Grafik). “Diese Entwicklung beobachten wir schon das dritte Jahr in Folge”, sagt Ulrich Wiesenewsky, Leiter Distribution Services bei Willis Towers Watson.

“Versicherer zögerlich bei Umsetzung digitaler Vertriebskonzepte”

“Ein Großteil der Kunden informiert sich bereits heute online, so dass digitale Vertriebskanäle künftig stark wachsen könnten”, prognostiziert Wiesenewsky. “Die Herausforderung besteht allerdings noch darin, Produkte und Vertrieb so anzupassen, dass es auch vermehrt zum Online-Abschluss kommt.”

Vertriebswege-Survey Februar-2016-1024x653 in Schaden-/Unfallversicherung: Digitale Konkurrenz für die AO

Internetportale und der Direktvertrieb gewinnen nach Ansicht der Befragten immer mehr Macht im Schaden-/Unfallgeschäft.

Michael Klüttgens, Leiter Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson, beklagt, dass Versicherer “noch zu zögerlich in der Umsetzung digitaler Vertriebskonzepte” vorgingen. Dabei müssten die Möglichkeiten der digitalen Transformation so für den klassischen Vertrieb nutzbar gemacht werden, erläutert Klüttgens, dass dieser “bestmöglich unterstützt wird und somit das Gesamtgeschäft profitabler macht”. Die digitale Transformation im Vertrieb müsse Vorteile für alle Kanäle bringen, fordert der Berater.

Ausschließlichkeitsorganisation weiterhin vorn

In der Schaden- und Unfallsparte deutscher Versicherer blieb die Ausschließlichkeitsorganisation (AO) im Jahr 2014, trotz leicht fallendem Trend, der wichtigste Vertriebskanal (Marktanteil rund 50 Prozent, siehe zweite Grafik). Es folgen die unabhängigen Vermittler mit 30 Prozent – hierzu zählen die Studienautoren auch die Internetportale – sowie der Direktvertrieb (8 Prozent), der seinen Vorsprung gegenüber dem Bankvertrieb weiter ausgebaut hat.

Vertriebswege-Survey Marktanteile-2014 in Schaden-/Unfallversicherung: Digitale Konkurrenz für die AO

In der Schaden- und Unfallsparte kann sich die Ausschließlichkeitsorganisation (AO) im Jahr 2014 behaupten.

In der Kfz-Versicherung dominiert nach wie vor die AO mit 45 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr musste sie jedoch einen Verlust von mehr als zwei Prozentpunkten hinnehmen. Aktueller Gewinner in der Kfz-Sparte ist den Studienmacher zufolge abermals der Direktvertrieb – dazu zählt vor allem der Verkauf über die Homepage des Versicherers. Der Marktanteil des Direktvertriebs stieg demnach auf 11 Prozent.

Seite zwei: Weitere Ergebnisse der Einzelsparten im Überblick

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Katastrophenschäden zehren bei Swiss Re am Gewinn

Erdbeben, Feuer und Überschwemmungen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt.

mehr ...

Immobilien

Brexit: Immobilien-Investments in UK deutlich niedriger

Die Investmentvolumina in Großbritannien könnten in Folge des Brexit-Votums und anhaltender Unsicherheit auf den Märkten um bis zu 25 Prozent einbrechen. Die anderen EU-Länder könnten dagegen mit einem Plus von bis zu zehn Prozent profitieren. Zu diesem Schluss kommen die Immobilienexperten des Emea Capital Markets-Teams von Cushman & Wakefield.

mehr ...

Investmentfonds

Fondshandel trotz Ferienzeit an der Börse Hamburg rege

An der Hamburger Börse sind die Umsätze im Fondshandel im Juli sehr stark ausgefallen. Insgesamt wechselten Papiere im Wert von 87 Millionen Euro den Besitzer. Nach dem Brexit-Referendum konnten  die Kurse zuletzt wieder zulegen.

mehr ...

Berater

N26 startet Investment-Produkt

Das Berliner Fintech N26 hat seine Finanzplattform ausgebaut. “N26 Invest” soll es N26-Kunden ermöglichen, ihr Geld in Portfolios anzulegen. Hierfür kooperiert N26 mit dem in Frankfurt ansässigen Robo-Advisor Vaamo. Ein weiterer Ausbau des Angebots ist geplant.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immovation legt Fokus jetzt auf institutionelle Anleger

Die Immovation AG hat die Emission von Kapitalanlagen für private Anleger vorerst eingestellt. Neue Genussrechte können seit Anfang Juli nicht mehr gezeichnet werden.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...