Private Equity bleibt in Krisen vorn

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Eine Auswertung von Moonfare zeigt, wie sich Private Equity seit dem Jahr 2000 in Krisen, Konjunkturphasen und Portfolios entwickelt hat. Die Daten legen nahe, dass die Anlageklasse Rückschläge oft besser abfedert als börsennotierte Märkte.

Private Equity hat nach einer Auswertung der Plattform Moonfare in den vergangenen 25 Jahren in mehreren Krisenphasen robuster abgeschnitten als börsennotierte Aktien. Grundlage sind Quartalsdaten von 2000 bis 2024 auf Basis der PitchBook Private Capital Indices. Analysiert wurden wirtschaftliche Schocks, Konjunkturzyklen und verschiedene Portfoliokonstruktionen.

Nach den Daten lag die annualisierte Rendite von globalem Private Equity bei 12,7 Prozent. Der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf 7,7 Prozent. Auch Private Debt übertraf laut Studie die verglichenen Aktienbenchmarks, während Venture Capital insgesamt schwächer abschnitt. Moonfare führt das vor allem auf die hohe Streuung und das Bewertungsniveau zu Beginn des Betrachtungszeitraums in der Dotcom-Ära zurück.


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Besonders deutlich wird der Unterschied in Stressphasen. Während der globalen Finanzkrise verlor der S&P 500 45,8 Prozent, der Private-Equity-Index gab dagegen um 24,8 Prozent nach. Nur in der Eurokrise lag Private Equity zeitweise hinter dem S&P 500. Zunächst entwickelte sich das Segment besser als börsennotierte Aktien, nach 12 Quartalen seit Beginn des Abschwungs stand jedoch ein Minus von fünf Prozent.

Private Equity in Krisen und Konjunkturzyklen

Auch bei der Volatilität sieht Moonfare Vorteile für private Märkte. Ohne Venture Capital fielen die Schwankungen privater Strategien geringer aus als bei öffentlichen Aktien. Für globales Private Equity weist die Studie eine jährliche Volatilität von 9,5 Prozent aus, beim S&P 500 sind es 16,5 Prozent, beim Russell 2000 21,5 Prozent. Moonfare verweist zugleich darauf, dass geglättete Bewertungen in privaten Märkten den Vergleich erschweren. Die Analyse stütze sich deshalb zusätzlich auf realisierte Fonds-Cashflows und mehrere Fondsjahrgänge.

Im Konjunkturvergleich arbeitet die Studie mit vier Phasen: Erholung, Expansion, Kontraktion und Abschwächung. Auf Basis von OECD-Frühindikatoren kommt Moonfare zu dem Schluss, dass Private Assets in Abschwungphasen meist weniger stark ausschlagen, in Wachstumsphasen aber dennoch wettbewerbsfähige Renditen erzielen. Öffentliche Märkte reagieren demnach oft heftiger, sowohl bei Abverkäufen als auch bei Erholungen.

Auch auf Portfolioebene zeigt die Auswertung einen Effekt. Hypothetische Allokationen mit Private Equity, darunter ein 50/30/20-Portfolio aus Aktien, Anleihen und Private Equity, erzielten in allen untersuchten Zeiträumen höhere Renditen und bessere risikobereinigte Ergebnisse als ein klassisches 60/40-Modell. Eine Investition von 100.000 Dollar hätte über 25 Jahre in einem 60/40-Portfolio rund 507.000 Dollar erreicht, in der 50/30/20-Allokation rund 685.000 Dollar.

Steffen Pauls, Gründer und Co-CEO von Moonfare: „Unsere Analyse zeigt: Während der großen Schocks in den letzten 25 Jahre haben private Vermögenswerte Anleger:innen geholfen, ihr Kapital in Abschwungphasen zu erhalten und über ganze Zyklen hinweg zu vermehren. Deshalb sind wir überzeugt, dass private Märkte ein zentraler Bestandteil langfristiger Portfolios sein sollten – nicht nur eine ‚Alternative‘ am Rand.“

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