Anzeige
24. November 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LV-Vertrieb: Makler, Ausschließlichkeit und Banken gleichauf

Unabhängige Vermittler stellten auch in 2007 den erfolgreichsten Vertriebskanal für Lebensversicherungen dar ? allerdings mit hauchdünnem Vorsprung gegenüber Ausschließlichkeitsvertrieben und Banken, die inzwischen jeweils rund 28 Prozent Anteil am Neugeschäft haben. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie ?Vertriebswege-Survey in der Lebensversicherungsbranche?, die das Beratungsunternehmen Towers Perrin, Köln, zum neunten Mal in Folge durchgeführt hat.

Freie Vermittler verlieren im Einmalbeitragsgeschäft

Die freien Vermittler sind mit 28,5 Prozent zwar der stärkste Vertriebsweg, verzeichneten aber größere Verluste im Einmalbeitragsgeschäft. Dieser Rückgang werde allerdings größtenteils durch den Zuwachs beim Geschäft gegen laufenden Beitrag kompensiert, so die Studie. Damit haben die unabhängigen Vermittler trotz der erschwerten Bedingungen durch das Inkrafttreten der EU-Vermittlerrichtlinie ihre Führungsrolle verteidigt.

Gebundene Vermittler punkten in Bankendomäne

Die gebundenen Vertreter verbuchten im vergangenen Jahr einen Vertriebsanteil von 28,1 Prozent. Sie hielten den Absatz von laufenden Beiträgen konstantem Niveau, konnten aber beim Einmalbeitragsgeschäft, einer Domäne der Banken, Marktanteile gewinnen. ?Die Versicherungsgesellschaften betreiben ein konsequenteres Wiederanlagemanagement. Eine wichtige Rolle spielt aber auch der Aspekt, dass einige Versicherer mit starkem Ausschließlichkeitsvertrieb neue kapitalmarktnahe Produkte auf den Markt gebracht haben?, erklärt Heijo Hauser, Managing Director von Towers Perrin.

Banken dominieren weiter den Zwölf-Milliarden-Markt

Der laut Towers Perrin etwa zwölf Milliarden Euro schwere Markt der Lebenspolicen gegen Einmalbeitrag wird trotz der aufholenden Ausschließlichkeit weiterhin vom Bankenvertrieb dominiert, der in 2007 etwa 40 Prozent der im Neugeschäft vereinnahmten Gesamtprämien einsammelte. ?Eine Ursache für diese Entwicklung sind neue Produktentwicklungen wie Indexpolicen, die als Tranchenprodukte in einem relativ kurzen Zeitfenster verkauft werden?, so Hauser. Bei laufenden Beiträgen wuchs der Bankvertrieb wie die freien Vermittler nur im Einprozentpunkt-Bereich. Insgesamt entfielen 27,9 Prozent der Vertriebsanteile im vergangenen Jahr auf die Banken.

Direktvertrieb 2007 auf dem absteigenden Ast

Die verbleibenden Prozente gehen zu 4,9 Prozent an den Direktvertrieb, der damit gegenüber 2006, als er noch 6,5 Prozent des Neugeschäfts ausmachte, Anteile einbüßte und zu sieben Prozent an den gebundenen Strukturvertrieb, der auf stabilem Niveau blieb.

Von den 53 Lebensversicherern, die sich an der Studie beteiligten, messen 62 Prozent dem Maklervertrieb in den kommenden fünf Jahren wachsende Bedeutung zu, dahinter rangiert der Bankenvertrieb, dem 45 Prozent zunehmende Wichtigkeit einräumen. Einen deutlichen Stimmungswandel hat Towers Perrin dagegen beim Direktvertrieb und dem gebundenen Strukturvertrieb festgestellt. Verglichen mit dem Vorjahr setzt eine wachsende Zahl der Unternehmen auf diese Kanäle (21 beziehungsweise 33 Prozent), was angesichts der aktuellen Absatzzahlen verwundert.

Große Erwartungen an Makler und Ausschließlichkeit

Towers Perrin selbst geht indes davon aus, dass die Ausschließlichkeit wieder stärker in den Vordergrund rücken und ihre Position weiter festigen wird. Die Investitionen im Zuge der VVG-Reform hätten bei einigen Unternehmen zu einer Qualitätsoffensive geführt. ?Die langjährig gewachsenen Kundenstämme bergen zudem ein hohes Potenzial, wenn es gelingt, das Geld der steigenden Anzahl auslaufender Verträge im Haus zu behalten?, so Sebastian Deppe, Consultant bei Towers Perrin und Mitautor der Studie. (hb)

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...