Versicherungsvermittler: Beruf mit Imageproblemen – was tun?

Der Beruf des Versicherungsvermittlers hat ein Imageproblem, der Außendienst leidet seit Jahren unter massiven Nachwuchssorgen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie ?Traumberuf Versicherungsvermittler? des Kölner Beratungsunternehmen Psychonomics. Die Marktforscher kommen sogar zu dem Schluss, dass Versicherungsvermittler zu den zehn unbeliebtesten Berufsgruppen in Deutschland zählen.

Psychonomics will mit der Umfrage Antworten auf die Frage finden, was gegen diesen Missstand getan werden kann.

Wichtig: Gezielte Ansprache

Die gezielte Ansprache geeigneter Bewerber sei entscheidend für die Rekrutierung. Dafür gelte es, die hohen Einstiegsbarrieren zu überwinden, die aufgrund des stark negativ geprägten und vorurteilsbehafteten Berufsbildes in der Öffentlichkeit entstanden seien. Um das Interesse potenzieller Kandidaten zu wecken, reichten abstrakte Informationsangebote nicht aus.

Für das Branding des eigenen Versicherungsunternehmens auf dem Personalmarkt sind zudem die Konsumentenmarke sowie die Arbeitgebermarke gleichermaßen wichtig, so die Studie weiter. Der Rekrutierungsprozess selbst solle auf Basis realistischer Berufs- und Unternehmensbilder erfolgen.

Verdienstmöglichkeiten aufzeigen

Das am häufigsten genannte Argument für die Berufswahl bleiben der Umfrage zufolge die guten Verdienstmöglichkeiten, die die Branche bietet; ohne Übertreibung sollte daher aufgezeigt werden, mit welchem realistischen Arbeitspensum und Abschlussumfang wie viel verdient werden kann. Ausdrücklich beachtet werden solle aber, dass jüngere Bewerber zunehmend das Risiko einer zu großen Provisionsabhängigkeit scheuen und stärker an der Sicherheit eines Fixums orientiert sind.

Besonders beliebt bei Bewerbern seien Versicherungsunternehmen, die professionelle Personalentwicklungskonzepte und ein gutes Aus- und Weiterbildungsangebot vorweisen könnten. Darüber hinaus legten Bewerber besonderen Wert auf eine moderne Arbeitswelt mit einem guten Betriebsklima, Teamarbeit und einer transparenten internen Kommunikation. Nicht zuletzt sei auch die Philosophie und die Ausrichtung des Unternehmens für Bewerber wichtig.

Drückervertrieb als abschreckendes Bild

Jede Nähe zu einem Drückervertrieb werde hingegen als sozialer Abstieg erlebt. Das gesellschaftlich verankerte negative Vermittlerimage und damit verbundenen Vorurteile könnten insgesamt durch ein attraktives Arbeitgeberimage, den Hinweis auf die soziale Bedeutung der Assekuranz und die Krisensicherheit der Branche für die Arbeitnehmer aufgebrochen werden.

Ist der passende Bewerber erstmal gefunden, gelte es diesen langfristig zu binden. Dafür sei es, speziell bei Berufseinsteigern, wichtig, ihnen in den Agenturen frühzeitig verantwortungsvolle Tätigkeiten zu übertragen und bedarfsgerechte Unterstützung zu bieten. (hb)

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