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14. Juli 2009, 00:00
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Finanzvermittler = Staatsfeind Nr. 1?

Die Vermittlerbranche befindet sich weiterhin im Zielfernrohr von Verbraucherschützern und Politikern. Das vor knapp drei Wochen im Internet veröffentlichte Finanz-Hai-Video, in dem Berater als provisionsgeile Abzocker dargestellt werden, brachte das Fass nun endgültig zum Überlaufen. Den Branchenverbänden BVK und IGVM platzt der Kragen – sie leiten rechtliche Schritte gegen die für den Online-Clip verantwortliche Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein.

Lobbyverbände verklagen Verbraucherzentrale

Die Interessengemeinschaft deutscher Versicherungsmakler (IGVM) hat “wegen des Verdachts der Beleidigung in Tateinheit oder in Tatmehrheit mit übler Nachrede beziehungsweise Verleumdung” bereits Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt.

Gegenüber cash-online erklärte die IGVM, man wolle sich gegen die pauschale Verunglimpfung des gesamten Berufsstandes zur Wehr setzen.

Ähnlich sieht das auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), der ebenfalls eine Klage angekündigt hat. “Die ganz überwiegend von öffentlichen Geldern lebende Verbraucherzentrale finanziert eine skrupellose und auf alle Versicherungsvermittler gerichtete Hetzkampagne, die bei Weitem den Auftrag des Verbraucherschutzes überschritten hat und eine ganze Branche diffamiert”, schimpft Michael Heinz, Präsident des Lobby-Verbands.

Branche mit Stammplatz am öffentlichen Pranger

Auch von der Politik wird der klassische Finanzvertrieb spätestens seit Ende vergangenen Jahres zunehmend an den Pranger gestellt: Im Dezember nahm Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) das Modell der Provisionsberatung ins Fadenkreuz und rügte die Vermittlerbranche wegen Falschberatung (cash-online berichtete hier).

Es folgte das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Umlauf gebrachte “Checkheft Altersvorsorge”, in dem Finanzberatern unterstellt wird, die eigenen monetären Vorteile höher zu gewichten als die Interessen der Kunden (cash-online berichtete hier).

Die These, der Vertrieb werde von Provisionsanreizen und nicht vom Kundenbedarf gesteuert, versuchte die EU-Kommission wenig später gemeinsam mit dem CFA, einem europaweiten Berufsverband für Finanzanalysten, durch eine Expertenumfrage zu untermauern (cash-online berichtete hier).

AfW checkt Ampelcheck – Fazit: Rürup taugt nichts!

Der Ärger über die öffentlichen Stellen reißt indes nicht ab: Neben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg haben nach Ansicht des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW auch deren Kollegen aus Hamburg einen Bock geschossen. Die Verbraucherschützer aus der Hansestadt sind Herausgeber des Ratgebers “Ampelcheck Geldanlage”, der Verbrauchern helfen soll, sich schnell im Dickicht der Geldanlagen zurechtzufinden. Dazu wurden die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün ausgewählt, die im Einzelnen auf gefährliche, risikoreiche oder unbedenkliche Geldanlagen hinweisen.

Der AfW hat die Broschüre unter die Lupe genommen. Fazit: Die aus öffentlichen Mitteln geförderte Rürup-Rente wurde auf “Rot” gesetzt ? und das von den ebenfalls aus Steuermitteln finanzierten Verbraucherzentralen.

“Es kann nicht sein, dass Steuergelder dafür verwendet werden, vor öffentlich geförderter Altersvorsorge zu warnen beziehungsweise bestimmte Durchführungswege sogar als Gefahr hinzustellen”, empört sich Frank Rottenbacher, Vorstand beim AfW. (hb/ks)

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