- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Makler im Stress: Bürokratie ist die größte Belastung

Die Bürokratie ist immer noch mit Abstand die größte Herausforderung im Vertriebsalltag der Makler. Mit welchen Schwierigkeiten sie noch kämpfen und welche Produkte derzeit im Vertrieb laufen, zeigt eine aktuelle Untersuchung.

Bereits zum vierten Mal hat das Analysehaus Towers Watson im Auftrag der Deutscher-Ring-Tochter Maklermanagement ihre Trendstudie zum Maklervertrieb durchgeführt. Das Ergebnis: Für 81 Prozent der 300 im Rahmen der Analyse befragten Makler stellt die Bewältigung der Bürokratie, die durch geänderte Gesetzgebung zunimmt, die größte Herausforderung im Verkaufsalltag dar, auch wenn die Belastung im Vergleich zur Trendstudie im vergangenen Jahr um sechs Prozentpunkte zurückgegangen ist.

Die gestiegene Beratungskomplexität über alle drei Schichten der Altersvorsorge und die zurückhaltende Kundennachfrage beziehungsweise Verunsicherung der Kunden bezeichnen mehr als die Hälfte als herausfordernd. Letzteres Thema hat aus Sicht der Makler sogar noch einmal zugenommen – von 45 auf 51 Prozent.

Geht es um die Beratung beim Kunden, so ist der Bedarf nach Einschätzung der Makler unverändert hoch. Dabei steht für die Kunden besonders die Sicherheit der Kapitalanlage im Vordergrund (85 Prozent) – im vergangenen Jahr waren es indes noch 100 Prozent. Die Sicherheit des Vertragspartners ist für 55 Prozent wichtig, für die Hälfte der Kunden ist die Flexibilität der Kapitalanlage von Bedeutung.

Die Studie zeigt weiterhin, dass 74 Prozent der Makler Fondspolicen mit Garantiekomponenten für leistungsfähiger halten als eine kapitalbildende Rentenversicherung. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von sieben Prozent.

Seite 2: Nachfrage nach fondsgebundenen Produkten steigt wieder [1]

Nach dem Einbruch in 2009 verzeichnet rund die Hälfte der Befragten wieder eine steigende Nachfrage nach fondsgebundenen Produkten. Im Gleichschritt wächst auch der Anteil der fondsgebundenen Produkte beim Neugeschäft in der Sparte Leben wieder – von 66 Prozent in 2009 auf 69 Prozent in 2010. Das Absatzpotenzial fondsgebundener Produkte bei der Riester- und Rüruprente schätzen die befragten Makler im Vergleich zu den beiden Vorjahren schlechter ein, auf 49 beziehungsweise 39 Prozent.

Auf lange Frist gesehen, stehen Berufsunfähigkeitsversicherungen (75 Prozent), fondsgebundene Rentenversicherungen (47 Prozent) und fondsgebundene Basisrenten (39 Prozent) ganz oben im Produktvertrieb der Makler. Kapitalisierungsprodukte und klassische Lebensversicherungen haben bei den Befragten indes nur einen geringen Einfluss auf deren Geschäftstätigkeit. (ks)

Foto: Shutterstock