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Finanzvertrieb MLP tritt noch stärker auf die Kostenbremse

Der Wieslocher Finanzvertrieb MLP forciert sein Kostensenkungsprogramm. 14 Führungskräfte werden eingespart, insgesamt fallen 56 Stellen dem Rotstift zum Opfer. Zeitgleich soll umfangreich in IT und Marke investiert werden. Die Mitarbeiter wehren sich.

Das im SDax notierte Unternehmen hat mitgeteilt, ein konzernweites Restrukturierungspaket zur Effizienzsteigerung vorzuziehen. Die ursprünglich für 2013 geplanten Maßnahmen belasten den Jahresabschluss 2011 mit einem Sondereffekt von rund 30 Millionen Euro.

Die Investitionen fließen der Mitteilung zufolge in eine Werbekampagne zur Stärkung der Marke MLP. Außerdem sollen eine deutliche “Erhöhung der Sichtbarkeit” an den Geschäftsstellen-Standorten sowie eine effektivere Unterstützung der Berater und die Optimierung von Prozessen erreicht werden.

Damit die jährlichen Fixkosten wie angepeilt bis Ende 2012 um 30 Millionen Euro sinken, muss an anderer Stelle abgebaucht werden. Das Unternehmen will Bereiche zusammenlegen und dadurch in der Zentrale insgesamt 56 Stellen streichen, davon 14 in Führungspositionen.

Einem Bericht des “Manager Magazins” zufolge begehren die Mitarbeiter dagegen auf und wollen einen Betriebsrat gründen. Laut Informationen aus dem Unternehmensumfeld soll die für die Gründung einer Arbeitnehmervertretung notwendige Betriebsversammlung bis Ende April stattfinden. Bis Mitte Juni könnte das Gremium dann gewählt und arbeitsfähig sein.

MLP kämpft schon länger mit Umsatzschwund. Im Geschäftsjahr 2010 konnte der Gewinn zwar deutlich gesteigert werden [1]. Diese Entwicklung war aber vor allem Kostensenkungen geschuldet. (hb)

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