19. September 2013, 07:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anhaltende PKV-Diskussion birgt Chancen für Vermittler

Unabhängig vom Wahlausgang wird die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) keine optimale Gesundheitsvorsorge mehr leisten können. In der Schweiz ist die Ergänzung durch eine private Zusatzversicherung üblich. Hierzulande bietet das Produkt beste Chancen für Vermittler.

Gastbeitrag von Beat Moll, CSS Versicherung AG

Gesundheitsvorsorge

“Das Konzept des Schadenfreiheitsrabattes ermöglicht es, die Tarifkalkulation fair zu gestalten. Es belohnt einen gesundheits-bewussten Lebensstil.”

Eine beeindruckende Zahl: Im Jahr 2011 beliefen sich die Ausgaben im Gesundheitswesen laut Statistischem Bundesamt auf 293,8 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 5,5 Milliarden Euro zum Vorjahr – und die Kosten werden weiter steigen.

Hierfür gibt es zwei Hauptgründe: den medizinisch-technischen Fortschritt und den demografischen Wandel. Betrachtet man diese beiden Ursachen zusammen, bedeutet dies, dass immer weniger Menschen eine immer bessere und teurere Gesundheitsversorgung finanzieren müssen. Aus diesem Grund kann das derzeitige System langfristig die Versorgungssicherheit zu den heutigen Kosten nicht mehr garantieren.

Kopfpauschale versus Bürgerversicherung

Die SPD steht für das Modell der Bürgerversicherung. Die Idee ist, die Trennung zwischen privater Krankenversicherung (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung aufzuheben und eine einheitliche Versicherung für alle Bürger anzubieten.

Finanzieren will die SPD dieses System über Beiträge, die prozentual abhängig vom Bruttolohn sind und zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen werden. Die derzeitige Regierungskoalition hält am bestehenden dualen System fest, jedoch soll die Finanzierung geändert werden.

Das Konzept der Gesundheitsprämie sieht vor, die Beiträge pauschal zu erheben. Fest steht, dass mit einem Systemwechsel die Finanzierung der steigenden Gesundheitsausgaben nicht per se sichergestellt ist. Auf Grund der Kostenentwicklung im Gesundheitssektor werden die Versicherungen weiter Leistungen aus dem Katalog streichen müssen.

Gesundheitsvorsorge

Zusatzschutz ist Umsatzbringer: Jeder fünfte Euro entfällt auf Zusatzpolicen
Quelle: PKV-Verband

In der Bevölkerung muss ein Umdenken stattfinden: Wie im Bereich der Altersvorsorge werden sich auch im Bereich der Gesundheitsvorsorge verstärkt private Zusatzangebote etablieren. Im Nachbarland Schweiz ist das schon lange üblich.

Private Zusatzvorsorge – die Schweiz macht es vor

Eigenverantwortung gehört zu den Schweizer Grundprinzipien. Das zeigt sich auch im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Zwar besteht auch in der Schweiz eine Krankenversicherungspflicht. Aber falls eine Behandlung notwendig wird, müssen die Patienten zehn Prozent der Kosten selbst tragen, bis maximal 1.000 Schweizer Franken pro Jahr.

Zusätzlich fällt eine jährliche Selbstbeteiligung von 300 bis 2.500 Schweizer Franken an. Je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer die monatliche Prämie. Die Anbieter der obligatorischen Krankenversicherung sind per Gesetz dazu verpflichtet, die gleichen Leistungen anzubieten. Diese Absicherung umfasst einen Basisschutz. Zahnbehandlungen oder Zahnersatz sind beispielsweise nicht inbegriffen.

Solche Leistungen sichern die Schweizer eigenverantwortlich über Zusatzversicherungen ab. Rund 90 Prozent haben eine Zusatzpolice abgeschlossen. Was in der Schweiz eine Selbstverständlichkeit ist, wird sich auch in Deutschland weiter verbreiten. Derzeit gibt es hierzulande mehr als 23 Millionen abgeschlossene Zusatzversicherungen, Tendenz steigend. Die Entwicklung birgt Chancen für Vermittler.

Seite zwei: Debatte um Transparenz

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Ich halte die Thesen von Herrn Moll für falsch.

    In der gesetzlichen Krankenversicherung kann und wird die Politik aus öffentlichem Interesse stärker Einfluss nehmen als bei der PKV, z.B. Kostendeckelung bei Pharmazeutika. Für die PKV ist dies schwieriger. Viele PKV’s zeigten überdimensionale Preissteigerungen und Leistungsschwächen, obwohl dort mehr Kosteneffizienz versprochen wurde. Aspekte sind die Provisionsdiskussion und die “Flucht” vieler Bürger in GKV. Erfahrungen in der Altersversorge sprechen leider eher für einen größeren stattlichen Einfluss und weniger für private Versicherungen.

    Kommentar von Max Meller — 19. September 2013 @ 08:22

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Die besten Kfz-Versicherer

Und es gibt erhebliche Preis-Leistungs-Unterschiede in der Kfz-Versicherung. Im Idealfall lassen sich bis zu 80 Prozent einsparen. Das zeigt das neue DISQ-Rating unter 27 Kfz-Versicherern, darunter 19 Filial- sowie acht Direktversicherer. Drei Einzeltarife erhielten ein „sehr gut“. Auf Platz eins kamen der Marktführer HUK-Coburg und  der Direktversicherer CosmosDirekt.

mehr ...

Immobilien

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Investmentfonds

Clartan Associés und Ethos bündeln Expertise in einem ESG-Fonds

Der unabhängige Vermögensverwalter Clartan Associés und die im Bereich der sozial-verantwortlichen Investitionen langjährig erfahrene Schweizer Ethos lancieren gemeinsam einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds: den Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap.

mehr ...

Berater

Plansecur-Messe 2020 komplett digital

Die Finanzberatungsgruppe Plansecur lädt zu ihrer coronabedingt ersten virtuellen Finanzplanungsmesse ein. Auf der ausschließlich für geladene Berater und Partner geöffneten Online-Veranstaltung werden rund 400 Teilnehmer erwartet.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...