27. Mai 2014, 09:52
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“Markt braucht ein engeres Korsett”

Skandal

Dr. Christoph Ludz, Dr. Ludz GmbH: “500 Initiatoren sind künftig nicht mehr nötig.”

Grabmaier: Wir sind uns alle einig, dass dieser Markt ein engeres Korsett braucht. Wenn gemeinschaftlich Geld investiert wird, ist ein rechtlicher Rahmen unbedingt erforderlich. Ein gutes Beispiel sind offene Fonds, die seit Jahrzehnten skandalfrei sind, weil sie schon so lange reguliert werden. Gäbe es auch im Bereich der geschlossenen Fonds seit mehreren Jahren eine gesetzliche Regulierung, hätte es den einen oder anderen Skandal wahrscheinlich nicht gegeben. Neben den Performance-Problemen, insbesondere im Bereich der Schiffsfonds, sind es gerade diese Skandale, die uns das Geschäft erschweren. Das Grundvertrauen der Anleger ist erschüttert, da können wir uns als Vertriebe anstrengen, wie wir wollen. Am Ende bestimmt der Kunde die Nachfrage.

Lessau: Wir sollten froh sein, dass es Direktinvestments gibt, denn sie stützen derzeit die Geschäfte unserer Vermittler. Und sie treffen den Geschmack der Anleger. Egal ob Einzelimmobilie oder Container: In der jetzigen Vertriebslandschaft sind das hervorragende Produkte für die Kunden.

Grabmaier: Die Vertriebskosten sind bei Direktinvestments aufgrund ihrer schlanken Struktur sehr reduziert. In der Balance zwischen Anleger- und Vermittlerinteressen halte ich sie für eine sehr ausgewogene Anlageklasse.

Wie kann vor dem Hintergrund der gerade angesprochenen Skandale erreicht werden, dass Anleger und Vermittler wieder Vertrauen zu geschlossenen Konstrukten entwickeln?

Ludz: Das ist relativ einfach: Bitte keine Skandale mehr in der nächsten Zeit, sonst kann das verlorene Vertrauen definitiv nicht zurückgewonnen werden. Besonders schlimm ist, dass es im letzten Jahr auch Skandale gab, die von Marktteilnehmern ausgegangen sind, von denen man dies nicht erwartet hat. Vertrauen lässt sich nur durch seriöse Arbeit, erhöhte Transparenz, weniger Skandale und geringere Kosten wiederherstellen.

Lessau: Jeder Skandal hemmt das Vertrauen der Anleger. Für eine schlechte Performance haben sie durchaus Verständnis, das kennen sie aus dem Bereich der offenen Investmentfonds oder der Anleihen. Vertrauen zu zerstören, geht immer schnell. Vertrauen wieder aufzubauen, ist dagegen ein langer Weg.

Seite drei: Beratungsleistung steht immer mehr im Vordergrund

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