„Die Konsolidierung wird sich fortsetzen“

Die Hamburger Netfonds Gruppe hat ihre Provisionserlöse in 2014 um rund 25 Prozent erhöht und ist damit auf Rang zwei der Cash.-Hitliste der Maklerpools aufgestiegen. Vorstand Karsten Dümmer sprach mit Cash. über die aktuelle Marktsituation und künftige Entwicklungen auf dem Poolmarkt.

Karsten Dümmler: „Kooperationen werden zunehmen, letztlich aber nur als Zwischenschritt.“

Cash.: Wie bewerten Sie die aktuelle Marktsituation?

Dümmer: Die aktuelle Marktsituation ist spannend. Nach den Maklern wenden sich nun zunehmend auch große Organisationen, Vertriebe und Banken an Netfonds und vermutlich auch an andere Pools. Gerade auf Seiten der Versicherer erkennt noch nicht jeder die Chancen zur erheblichen Kostenreduktion sondern fürchtet den Verlust von Einfluss.

 Welche Folgen wird das LVRG für Maklerpools haben?

Auch wenn es vielleicht noch etwas dauert: Kostendruck führt zu Rationalisierungsdruck und da sind die Pools derzeit ein Faktor, der den gesamten Prozess für alle günstiger abbilden kann. Meine Meinung daher wird allerdings auch nicht überraschen: Die Pools werden mittelfristig auch im Versicherungsbereich die Bedeutung haben, die sie im Fondsbereich bereits heute haben.

Sollte ein Maklerpool eher breit aufgestellt sein oder sich spezialisieren um langfristig am Markt erfolgreich zu sein?

Ganz klar breit aufgestellt. Die allermeisten Unternehmen im Finanzwesen setzen zwar Schwerpunkte, bilden aber mindestens auf Wunsch der Kunden das gesamte Spektrum ab und werden das auch von Ihrem Abwicklungs-, Abrechnungs-, Technik- und Servicepartner erwarten.

Der Poolmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich konsolidiert. Wie geht es weiter? 

Die Entwicklung wird sich fortsetzen. Allein die IT-Budgets der Pools sind heute im Millionenbereich, wenn man vorn dabei sein möchte und das können sich kleinere Marktteilnehmer schlicht nicht leisten.

Führt das zu stärkerer Konkurrenz oder zu vermehrten Kooperationen?

Kooperationen werden zunehmen, letztlich aber nur als Zwischenschritt. Am Ende werden, wie in fast jeder anderen Branche ja auch, ein paar Große übrigbleiben.

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 Wie sind Ihre Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung 2015?

Wir gehen auch in 2015 von einem weiteren Jahr mit Rekordumsatz von über 80 Millionen Euro in der Gruppe und entsprechend deutlichem Wachstum aus. Rückenwind vom Markt erwarten wir bei Investmentfonds und den AIF, im Bereich KV bleibt der Markt in 2015 weiter schwierig.

Interview: Julia Böhne

Foto:Netfonds

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