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Beraterregister: Erste Verwarnungen durch die Bafin

Seit der Einführung des Mitarbeiter- und Beschwerderegisters bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) haben Banken und Finanzdienstleister über 17.000 Beschwerden gemeldet. Verwarnungen hat die Bafin bereits ausgesprochen, Sanktionen wurden nicht ergriffen.

Dominika Kula, Bafin-Pressereferentin: “Die Ausgestaltung der Vertriebsvorgaben war geeignet, beim Vertrieb von Finanzinstrumenten Kundeninteressen zu beeinträchtigen.”

Die Bafin hatte am 1. November 2012 das Mitarbeiter- und Beschwerderegister eingerichtet, in dem die Daten von Anlageberatern sowie Compliance- und Vertriebsbeauftragten erfasst werden. Nach Angaben der Bafin, waren zum 31. Dezember 2014 156.450 Anlageberater und 26.181 Vertriebsbeauftragte im Mitarbeiter- und Beschwerderegister erfasst (30. Juni 2014 [1]: 158.409 Anlageberater, 26.104 Vertriebsbeauftragte). Einige Mitarbeiter sind laut Bafin in der Anlageberatung und zugleich als Vertriebsbeauftragte tätig.

 Rund 17.000 Beschwerden

Von der Einführung des Mitarbeiter- und Beschwerderegisters [2] bis zum 31. Dezember 2014 haben Banken und Finanzdienstleister 17.381 Beschwerden an die Bafin gemeldet (Privat- und Auslandsbanken: 7.478 Beschwerden; Sparkassen und Landesbanken: 5.621; Genossenschaftsbanken: 4.056 und Finanzdienstleistungsinstitute: 226).

Wie die Aufsichtsbehörde mitteilt wurden insgesamt im Jahr 2014 insgesamt 6.050 Beschwerden gemeldet (Privat- und Auslandsbanken: 2.382 Beschwerden; Sparkassen und Landesbanken: 2.003; Genossenschaftsbanken: 1.528 und Finanzdienstleistungsinstitute: 137). Der Großteil der Beschwerden (4.234) im letzten Jahr ging im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni [1] bei der Bafin ein.

 

Seite zwei: Erste Verwarnungen, aber bisher keine Sanktionen [3]

Vor dem Hintergrund des Mitarbeiter- und Beschwerderegisters [4] hat die Bafin im Jahr 2014 261 Zentralen, Filialen und vertraglich gebundene Vermittler von Wertpapierdienstleistungsunternehmen im gesamten Bundesgebiet besucht und Gespräche mit 1.334 Mitarbeitern in unterschiedlichen Funktionen (unter anderem 417 Anlageberater sowie 309 Mitarbeiter der Vertriebssteuerung und Vertriebsbeauftragte) geführt.

“Die Vor-Ort-Besuche beruhten jedoch nicht alleine auf vermehrt eingegangenen Beschwerden. Vielmehr wurden Gespräche mit Anlageberatern und Vertriebsbeauftragten auch wegen anderer beratungsbezogener Anlässe geführt”, erläutert Bafin-Pressereferentin Dominika Kula [5] gegenüber Cash.-Online.

Verwarnungen wegen Vertriebsvorgaben

Sechs Verwarnungen gegen ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen und sechs Verwarnungen gegen Vertriebsbeauftragte dieses Unternehmens hat die Bafin bislang ausgesprochen. Das teilte die Behörde Cash.-Online auf Anfrage mit. Hintergrund der Verwarnungen war demnach, dass nach Auffassung der Bafin die Ausgestaltung der Vertriebsvorgaben geeignet war, beim Vertrieb [6] von Finanzinstrumenten Kundeninteressen zu beeinträchtigen.

Sanktionen, wie etwa die Verhängung von Bußgeldern oder Verbot der Beschäftigung in der angezeigten Tätigkeit, wurden von der Bafin bisher nicht ergriffen. (jb)

Foto: Bafin