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3. November 2016, 10:45
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“Digitalisierung vereinfacht, räumt auf und schafft Zeit”

Von der Digitalisierung profitieren Berater und Kunden gleichermaßen, meint Oliver Kieper, Vorstand der Hamburger Netfonds-Gruppe und Bereichsleiter Versicherungen. Im Interview mit Cash.Online sprach er über Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts.

Digitalisierung vereinfacht, räumt auf und schafft Zeit

Oliver Kieper: “Grundsätzlich öffnet die Digitalisierung den Kunden einen leichteren Zugang zu Finanz- und Versicherungsinformationen.”

Cash.Online: Wie können Berater von der Digitalisierung profitieren?

Digitalisierung vereinfacht, räumt auf und schafft Zeit! Berater und Kunden profitieren gleichermaßen davon. Moderne Softwarelösungen verschaffen dem Berater maximale Mobilität. Gut sortiert kann er inzwischen nahezu sämtliche Kunden- und arbeitsrelevanten Daten aus einem mobilen CRM-System abrufen. Für seinen Job erhält er so ein mobiles Büro, mit bisher noch nie so einfach und aktuell abrufbaren Kunden-, Gesellschafts- und Bankdaten.

Ein Beispiel: Ein Berater hat Policen von fünf verschiedenen Versicherungsgesellschaften an seine Kunden vermittelt. Im ungünstigsten Fall stellt jede Gesellschaft ihm und ebenso den Kunden die wesentlichen Informationen zum Vertrag in fünf verschieden Formaten zur Verfügung. Für beide Parteien ist es somit aufwändig, relevante Infos kurzfristig abzurufen.

Unsere Softwarelösungen lösen das Problem, indem wir alle Datenformate anpassen und in ein CRM-System einpflegen. Das Ergebnis heißt “Alles im Blick” und bietet über eine App den Onlinezugriff auf sämtliche Daten der Beratungsbeziehung. Dies gilt für die Bereiche Investment, Versicherungen, Baufinanzierungen und Vermögensverwaltung. Die Arbeit des Beraters wird vereinfacht und die Servicequalität für den Kunden steigt. Die Möglichkeit, Verträge und Orders online abzuwickeln, wird ein weiterer Leistungsbaustein werden.

Wie verändern sich durch die Digitalisierung die Ansprüche der Kunden an ihre Makler?

Grundsätzlich öffnet die Digitalisierung den Kunden einen leichteren Zugang zu Finanz- und Versicherungsinformationen. Sie sind heutzutage vielfach eigenständig in der Lage, Leistungen und Konditionen zu vergleichen, sich über Sinn und Unsinn einer Versicherung oder Anlage zu informieren und zum Teil auch bereits online abzuschließen. Dies gilt für einfache Produkte mit wenig Erklärungsbedarf und klar begrenzten Leistungsfällen.

In einer eigens in Auftrag gegebenen Studie haben wir herausgefunden, dass 97 Prozent der Kunden dennoch eine persönliche Beratung wünschen, insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten. Die Erwartungshaltung des Kunden an den Berater entwickelt sich dahingehend, dass ein guter Berater dem Kunden beide Optionen anbietet – online und persönlich. Der Kunde wünscht sich komfortable Übersicht über seine Finanzen und Transparenz in allen Belangen seiner Geldanlage und Absicherung.

Diesem Serviceanspruch kann der Berater nur mit digitalen Serviceangeboten erfolgreich begegnen. Der Wunsch nach Digitalisierung und Mobilität ist aber bei weitem noch nicht bei allen Kunden anzutreffen. Das Thema Digitalisierung wird auch häufig von Presse und Marketing wichtiger behandelt als es derzeit bereits ist. Doch ohne Frage, der Trend wird zum Mainstream werden.

Welche Nachteile oder sogar Gefahren können sich aus der Digitalisierung für den Kunden ergeben?

Digitale Datenspeicherung bedeutet immer, dass man sich fragen muss, wo werden die Daten eigentlich gespeichert, wer hat auf diese Zugriff oder könnte sie ungewollt bekommen. Worüber können Daten Aufschluss geben? Welche Konsequenz kann es haben, wenn persönliche Daten in großem Umfang, über einzelne Menschen verfügbar sind?

Die wenigsten Menschen verstehen das Internet und Cloud-Systeme oder haben Einfluss auf diese Systeme. Trotzdem vertrauen Sie diesem und wissen, den Komfort vielfach mehr zu schätzen, als sich über Risiken Gedanken zu machen. Wir schenken dem Datenschutz große Aufmerksamkeit und unterstützen den Aufbau sicherer Verwaltungssysteme.

Interview: Katharina Lamster

Foto: Netfonds

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