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14. April 2016, 11:34
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“Unsere Berater haben kein Produkt in der Schublade”

Wie geht es dann weiter?

Kunden entscheiden sich oftmals schon im Zweitgespräch zur Kontoeröffnung. Danach vereinbaren Kunde und Berater, wie sie in Kontakt bleiben wollen, beziehungsweise welche Kontaktfrequenz der Kunde vom Berater erwartet.

Einige Kunden wollen nur einmal jährlich von ihrem Berater kontaktiert werden, andere wünschen sich häufigere Informationen – beispielsweise zu überraschenden Ereignissen im Markt. Unsere Kunden haben natürlich jederzeit das Recht, auf ihren Berater zuzukommen, dennoch sollten schon vorab Absprachen getroffen werden.

Gibt es Produkte, von denen Sie Ihren Kunden grundsätzlich abraten?

Kunden können bei uns jedes Produkt kaufen. Von vielen Produkten raten wir ihnen jedoch ab. Geschlossene Beteiligungen – beziehungsweise Sachwertanlagen – sehen wir beispielsweise sehr kritisch. Gleiches gilt für viele Zertifikatlösungen.

Zudem haben wir auch eine gewisse Grundskepsis gegenüber aktiv gemanagten Fonds, weil sie in sich eine hohe Kostenquote aufweisen und aktives Management auf Dauer keinen Mehrwert bringt. Das natürlich unsere Überzeugung, die im Markt nicht jeder teilt.

Nun sind die Sachwertanlagen gerade erst reguliert worden. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?

Bengler: Da müssen wir zwei fundamentale Kriterien berücksichtigen: Zum einen ist eine Sachwertanlage eine unternehmerische Beteiligung mit einem entsprechenden unternehmerischen Risiko. Das lässt sich auch über Regulatorik nicht ändern. Dessen sollten sich Anleger bewusst sein.

Zum anderen sind die neuen Regularien – was den Privatanleger betrifft – meiner Ansicht nach mehr Schein als Sein. Für den Privatanleger hat sich formal auch mit dem Stempel der BaFin nur eine gefühlte Sicherheit ergeben. Ich kann keine Verbesserung bei der Qualität der Produkte feststellen. Natürlich gibt es auch zahlreiche seriöse Angebote, dennoch sind wir überzeugt, dass Sachwertanlagen für den klassischen Privatanleger keine geeigneten Instrumente zum Vermögensaufbau sind.

Wir bieten unseren Kunden, die in solchen Produkten investiert sind, die Analyse der bestehenden Beteiligungen an, um ihnen einen aktuellen Status aufzuzeigen – gekoppelt mit einer Prognose über die weitere Entwicklung. Das ist ein interessantes Geschäftsfeld, wo wir echten Mehrwert bieten können. Und diese Dienstleistung wird zunehmend wahrgenommen.

Interview: Julia Böhne

Foto: Bettina Volke

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2 Kommentare

  1. Als ehemaliger Kunde der QUIRIN BANK kann ich diese kaum bekannte Bank leider überhaupt nicht weiterempfehlen. Nach sieben Jahren Erfahrung mit der QUIRIN BANK habe ich Ende 2015 endgültig den Schlussstrich unter dieses Kapitel gezogen. Trends wurden völlig verschlafen. Z.B. viel zu spät in Aktien dafür in Gold ETFs investiert. Die Kosten sind alle paar Jahre deutlich angestiegen. Zuletzt war ich bei 1,2% pro Jahr! Die von QUIRIN so umworbenen Rückvergütungen rechneten sich im Promilebereich! Die Anlagekonzepte in der Vermögensverwaltung wurden alle paar Jahre umgeändert. Die Flukuation bei den Beratern ist sehr hoch. Eine ausscheidende Beraterin berichtete mir von bereits geschlossenen Niederlassungen und mehreren Kündigungswellen. Zudem beunruhigte mich die negative Berichterstattung in diversen seriösen Finanzblättern bezgl. Pleiten bei Unternehmensanleihen, Nichtzielerreichung bei Kundenzuwächsen etc. Unter dem Strich habe ich in diesen vielen Jahren eine negative Wertentwicklung meines dort angelegten Geldes verzeichnen müssen. Kann Ihnen, trotz netter Werbeslogans, nur zur Vorsicht raten.

    Kommentar von Klaus S. — 22. April 2016 @ 17:23

  2. Immer schön hingucken, wer was warum sagt.
    “…gewisse Grundskepsis gegenüber aktiv gemanagten Fonds, weil sie eine hohe Kostenquote aufweisen und aktives Management auf Dauer keinen Mehrwert bringt.”
    Wenn dies so ist, braucht keine Mensch eine QUIRIN-Bank, die für ihr aktives Management laufende Gebühren abgreift.

    Kommentar von Bernd Eisel — 15. April 2016 @ 11:26

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