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“Wir sind der Anwalt des Kunden”

Erwin Bengler, Direktor und Geschäftsleiter Private Banking der Berliner Quirin Bank, hat mit Cash. über die USP, den Vertrieb und den Produktauswahlprozess des auf Honorarberatung spezialisierten Instituts gesprochen.

Erwin Bengler: “Unsere Berater können ihren Kunden mit innerster Überzeugung und nachprüfbar darlegen, dass sie nur in deren Interesse handeln und nicht, weil sie an bestimmten Produkten mehr oder weniger verdienen. Das ist der Kern unseres Geschäftsmodells.”

Cash.: Was ist die USP der Quirin Bank?

Bengler: Wir sind die einzige Honorarberatungsbank in Deutschland [1]. Aus diesem Geschäftsmodell ergeben sich für den Kunden klare Vorteile: Wir sind der Anwalt des Kunden, haben keinerlei Interessenkollisionen, keinen Produktanbieter und bieten keine eigenen Produkte an, die wir vertreiben müssen. Wir können damit für unsere Kunden Lösungen auswählen, die in ihrem Sinne sind – möglichst kostenarm und trotzdem effizient. Wir bieten eine faire, transparente Partnerschaft auf Augenhöhe.

Wie ist der Vertrieb aufgestellt?

Die Quirin Bank [2] ist aktuell an zwölf Standorten in Deutschland aktiv. Die Niederlassungen sind unterschiedlich groß. In Hof sind wir beispielsweise mit vier Mitarbeitern vertreten, während in München 15 Mitarbeiter tätig sind. An den zwölf Standorten sind ausschließlich Berater und AssistentInnen im Kundenkontakt und in der Kundenberatung angesiedelt. Die Zentrale und die Fachabteilungen befinden sich in Berlin.

Wie viele Berater beschäftigt die Quirin Bank derzeit?

Aktuell stehen unseren Kunden 80 Berater an den Standorten zur Verfügung, die von einer Assistenz vor Ort unterstützt werden. Wir wollen aber weiter wachsen und suchen daher neue Berater.

Die Produktauswahl ist also in der Zentrale in Berlin angesiedelt?

Richtig. Wobei die Lösungs- beziehungsweise Produktauswahl bei uns immer in enger Abstimmung mit dem Vertrieb stattfindet. Wir haben eine sehr enge Verzahnung zwischen den Führungskräften des Vertriebes und den Mitarbeitern der Fachabteilungen. Die Berater – also auch ich selbst – bilden eine Schnittstelle zu den Kunden und wissen sehr genau, was diese nachfragen. Daher kommt den Beratern auch eine Funktion als Impulsgeber zu, was die Dienstleistungsangebote betrifft.

Seite zwei: Wir handeln ausschließlich im Interesse unserer Kunden [3]

Wie genau werden diese Impulse in der Zentrale aufgenommen?

Dadurch dass wir eine unternehmerisch mittelständisch geprägte Bank [4] sind, kommt es tatsächlich häufig vor, dass ein Berater mich – oder auch den Vorstand – anruft oder anmailt, und einen Vorschlag einbringt.

Führungsmannschaft und Vorstand treffen sich mindestens einmal im Monat. In diesem Leitungsgremium werden die Impulse aus der Beraterschaft aufgenommen, bewertet und gegebenenfalls auch umgesetzt.

Wie erfolgt die Produktauswahl?

Wir haben einen zentralen Produktauswahlprozess, der unserem Konzept “Markt-Meinung-Wissen” folgt, das sehr stark auf prognosefreies langfristiges Investieren ausgelegt ist. Hinter diesen Rahmenbedingungen stehen dann diverse Leistungsangebote und innerhalb dieser Leistungsangebote sind wiederum Produkte wie zum Beispiel ETFs [5] und Assetklassenfonds vorgesehen.

Die angebotenen Produkte werden zunächst einem sehr detaillierten Auswahlprozess in den Fachabteilungen unterzogen und dann wird im Gremium entschieden, ob sie in das Vermögensverwaltungsportfolio aufgenommen werden. Wir legen großen Wert darauf, dass wir in der Beratung nicht produktgetrieben agieren. Wir haben keinerlei Abnahmeverpflichtung gegenüber irgendwelchen Anbietern.

Anders als viele ihrer Kollegen aus der Bankenbranche können unsere Berater ihren Kunden mit innerster Überzeugung und nachprüfbar darlegen, dass sie nur in deren Interesse handeln und nicht, weil sie an bestimmten Produkten mehr oder weniger verdienen. Das ist der Kern unseres Geschäftsmodells. Viele unserer Mitarbeiter sind genau deswegen bei der Quirin Bank – ich zum Beispiel.

Interview: Julia Böhne

Foto: Bettina Volke