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Ertrags-Nießbrauch: Firmenanteile schenken, Gewinne behalten

Das Maklerunternehmen soll nach und nach an die nächste Generation übertragen werden, aber die generierten Gewinne sollen den Beschenkten noch nicht zufliessen? Die Lösung: Schenker können sich an den verschenkten Unternehmensanteilen einen Nießbrauch einräumen lassen.

Gastbeitrag von Lars-Alexander Meixner und Mark Uwe Pawlytta, KPMG

Der (Ertrags-)Nießbrauch als Nutzungsrecht lehnt sich an den Erfolg des Unternehmens an, das heißt im Erfolgsfalle erhält der Schenker die Gewinne, geht aber leer aus, wenn keine Gewinne erzielt wurden.

Wenn Unternehmer über den richtigen Zeitpunkt der Nachfolge [1] nachdenken, machen sie sich häufig Gedanken über die Gewinnbeteiligung.

In vielen Fällen möchten Unternehmer zwar Unternehmensanteile lebzeitig auf die nächste Generation [2] übertragen, doch sollen die Gewinne noch nicht oder nicht vollständig den Beschenkten zufließen.

Nicht zuviel “Cash” für die Kinder

Hierfür gibt es viele Motive, etwa die Sicherstellung der eigenen Versorgung, die Befürchtung, dass die neue Generation konsumfreudiger und an höheren Ausschüttungen interessiert ist, weshalb dem Unternehmen Kapital “verloren” gehen könnte, aber auch schlicht der Wunsch, dass die eigenen Kinder noch nicht zu früh über sehr viel “Cash” verfügen, ein Wunsch, der umso stärker ausgeprägt ist, je jünger die Kinder sind.

Hier gibt es viele praktische Lösungen. Schenker [3] können sich und dem Ehepartner an den verschenkten Unternehmensanteilen einen Nießbrauch [4] einräumen lassen, sodass sie auch nach der Schenkung die Gewinne erhalten.

Der (Ertrags-)Nießbrauch als Nutzungsrecht lehnt sich an den Erfolg des Unternehmens an, das heißt im Erfolgsfalle erhält der Schenker die Gewinne, geht aber leer aus, wenn keine Gewinne erzielt wurden oder diese im Unternehmen selbst benötigt werden.

Seite zwei: Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten [5]

Eine Alternative sind Rentenlösungen, bei denen der Schenker eine monatlich wiederkehrende Zahlung erhält, die unabhängig vom Erfolg des Unternehmens geschuldet wird.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Eine andere Alternative sind sogenannte disquotale Gewinnrechte, bei denen der Schenker mit einer Minderheitsbeteiligung im Unternehmen bleibt, die auf ihn entfallenden Gewinnanteile sich jedoch an seinem Unternehmensanteil vor der Schenkung orientieren.

Das sind nur einige rechtliche Möglichkeiten, die bei geschickter Gestaltung und Umsetzung auch zu positiven steuerlichen Effekten führen können.

Die Autoren sind Rechtsanwalt Lars-Alexander Meixner LL.M., Partner und Leiter des Stuttgarter Standorts der KPMG Rechtsanwalts-gesellschaft mbH, und Rechtsanwalt Mark Uwe Pawlytta, Salary Partner und Leiter des Bereichs Familienunternehmen, Nachfolge und Stiftungen der KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Foto: Shutterstock


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