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DVAG, MLP & Co.: Mehr Frauenpower im Finanzvertrieb

In der Finanz- und Versicherungsberatung sind Frauen immer noch in der Minderheit. Und das, obwohl die Beratertätigkeit heute schon gender-neutrale Vergütungs- und Entwicklungschancen bietet.

Nancy Diesterweg, MLP: “Die Finanzbranche gilt leider immer noch als Männerdomäne.”

Während bei den deutschen Finanzvertrieben [1] ein Großteil der im Innendienst tätigen Mitarbeiter weiblich ist, dominieren Männer im Vertrieb und auf der Führungsebene.

Innendienst versus Außendienst

“Der Frauenanteil unter den Innendienst-Mitarbeitern unter dem Dach von Swiss Life [2] Deutschland, inklusive der Finanzvertriebe Swiss Life Select, Tecis, Horbach und Proventus, beträgt rund 53 Prozent”, erläutert Stefan Kuehl, Geschäftsführer Vertrieb der Swiss Life Select Deutschland. Rund 16 Prozent der Führungskräfte sind demnach weiblich und der Frauenanteil im Vertrieb von Swiss Life Select liegt bei 19 Prozent.

Bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG [3]) liegt der Frauenanteil unter den Vermögensberatern bei rund 25 Prozent.

In der Zentrale des Wieslocher Finanzvertriebs MLP liegt er bei 64 Prozent. “MLP hat in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet, den Frauenanteil zu erhöhen. Wir konnten den Anteil der weiblichen Junioren, die als Beraterinnen einsteigen, in den letzten Jahrgängen kontinuierlich steigern. Aktuell sind rund ein Drittel der Junioren weiblich”, berichtet Nancy Diesterweg [4], Referentin “Women in Finance” bei MLP.

“Trend, verstärkt Frauen zu rekrutieren”

Auch die beiden anderen großen Finanzvertriebe in Deutschland, DVAG und Swiss Life Select, haben sich in den vergangenen Jahren bei der Suche nach geeignetem Nachwuchs verstärkt an die weibliche Klientel gewandt.

“Der Trend, verstärkt Frauen zu rekrutieren, wird sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels [5] und der damit einhergehenden Nachwuchsmangels in den kommenden Jahren noch verstärken”, meint Swiss-Life-Select-Vertriebschef Kuehl.

Die Gesellschaft als Ganzes und insbesondere die Finanzberatung könne nicht auf die Hälfte der Bevölkerung verzichten. “Als Unternehmen konkurrieren wir mit anderen nicht nur um hochqualifizierte Männer, sondern auch um hochqualifizierte Frauen”, so Kuehl.

Seite zwei: “Gleiche Karrierechancen für alle” [6]

Auch die DVAG [3] richtet sich bei der Beratersuche ausdrücklich an Männer und Frauen. “Der Einstieg bei der DVAG steht beiden Geschlechtern offen und bietet durch klar definierte Aufstiegs- und Vergütungskriterien gleiche Karrierechancen für alle”, sagt DVAG-Vorstandsmitglied Robert Peil.

Vielen sei aber noch immer nicht bewusst, dass gerade Frauen mit Familie vom Beruf als Beraterin besonders profitieren könnten. “Durch die selbstständige Tätigkeit kann die Arbeitszeit flexibel gestaltet werden, sodass genügend Freiraum für die Familie bleibt”, so Peil.

Auch MLP-Referentin Diesterweg glaubt, das der Beraterberuf sehr gut zu den besonderen Anforderungen von Frauen passt. Diese ließen sich jedoch oftmals von Klischees abschrecken.

Finanzbranche als “Männerdomäne”

“Die Finanzbranche gilt leider immer noch als “Männerdomäne”. Insbesondere das Festhalten an traditionellen Rollenbildern sowie Vorurteile gegenüber einer fehlenden Work-Life-Balance beziehungsweise Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die größten Hindernisse”, erläutert Diesterweg.

Beraterin Claudia Hümer, die eine MLP-Geschäftsstelle in Tübingen leitet, sieht in den anderen Anforderungen von Frauen einen Rekrutierungsansatz.

“Flexibles und selbstbestimmtes Arbeiten sowie individuell gestaltbare Familienplanung sind wichtig für die Work-Life-Balance und daher ein wichtiger Ansatz, um mehr Frauen für den Beraterberuf zu gewinnen”, meint Hümer.

Sie selbst könne sich keinen schöneren Beruf vorstellen. “Wer Freude am Unternehmertum, Eigenverantwortlichkeit, dem Umgang mit Menschen hat und darüber hinaus die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wertschätzt, für den ist der Beruf der Beraterin genau richtig“, so die MLP-Beraterin. (jb)

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der aktuellen Cash.-Ausgabe 4/2017 [7].

Foto: Frank Seifert


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“Bei der DVAG haben Frauen und Männer die gleichen Chancen” [3]

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