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Entspar-Produkte: Die Wunschliste der Berater

Zu einer erfolgreichen Ruhestandsplanung gehört die Auswahl geeigneter Produktlösungen. Diese können Berater natürlich aber nur dann leisten, wenn solche Produkte auch existieren. Wie gut ist die Branche mit Lösungen ausgestattet, die den Bedürfnissen der Entsparphase gerecht werden?

In den Bereichen Assistance und Immobilien-Entsparung muss der Markt nach Meinung von Experten noch zielgruppen-gerechtere Lösungen schaffen.

Laut der von Cash. befragten Experten hat es hier in den letzten Jahren zwar bereits einige gute Entwicklungen gegeben, dennoch hätten die Produktgeber noch Nachholbedarf.

Mangel in den Bereichen Assistance und Immobilien-Entsparung

“Im Bereich der Renten, also dem Thema ,lebenslanges garantiertes Einkommen‘, entstehen zunehmend flexiblere und damit zielgruppengerechtere Lösungen, die sicher noch weiterentwickelt werden”, sagt Olaf Neuenfeldt [1], Vorstand des Bundesverbands Initiative Ruhestandsplanung e.V. (BIR).

Zu der Absicherung von Sach- und Personenrisiken sowie in der reinen Vermögensanlage seien ausreichend Lösungen vorhanden, die nur richtig zusammengesetzt werden müssten.

In den Bereichen Assistance und Immobilien-Entsparung [2] müsse der Markt hingegen noch zielgruppengerechtere Lösungen schaffen.

“Größere Vielfalt wünschenswert”

Laut Franz-Josef Rosemeyer [3], Vorstand des Münsteraner Finanzdienstleisters A.S.I. Wirtschaftsberatung AG gibt es zum Beispiel Lücken bei Produkten, die noch in Entsparphase [4] anteilig in Produktivkapital wie Anleihen oder Aktien investieren.

“Gerade in der aktuellen Zinssituation und zum Umgang mit dem Langlebigkeitsrisiko wäre hier eine größere Vielfalt wünschenswert“, meint Rosemeyer.

Auch im Bereich der Erbschaftsübertragung und der Nutzung von Schenkungssteuerfreibeträgen [5], sowie im Bereich der Pflegeabsicherung [6] sollten die Produkte demnach noch individueller gestaltbarer werden.

Seite zwei: Produktgeber müssen nachlegen [7]

Peter Härtling, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung [8] (DGfRP) und Präsident des Bundesverbandes der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. (BDRD), fordert, dass zusätzlich zu staatlich geförderten Versicherungen auch Produktivvermögen begünstigt werden sollte.

“Es fehlt in Deutschland nämlich massiv an staatlich geförderten Investmentanlagen für den Ruhestand. Hier muss vonseiten der Politik nachgebessert werden”, meint Härtling.

Auch Uwe-Matthias Müller [9], geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus e.V., ist der Ansicht, dass es im Produktbereich bereits gute Ansätze gibt.

“Generell fehlen mir noch zwei wichtige Aspekte: mehr Anlagen in Aktien und mehr Honorarberatung [10]“, so Müller.

Produktgeber legen nach

Es existieren also bereits heute viele geeignete Produkte, die Berater ihren Kunden im Rahmen einer Ruhestandsplanung empfehlen können. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Generation 50plus ist davon auszugehen, dass die Produktgeber in absehbarer Zeit dort nachlegen werden, wo heute noch geeignete Lösungen fehlen.

Für Berater kann es sich also lohnen, sich jetzt schon intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich Fachkenntnisse in der Ruhestandsplanung anzueignen. (jb)

Foto: Shutterstock


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