12. Februar 2018, 10:51
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Na dann viel Spaß, liebe BaFin

Dann würden also jedes Jahr um die 37.000 Prüfberichte bei der ohnehin überlasteten Aufsichtsbehörde in Frankfurt oder Bonn eintrudeln. Schon in diesem Szenario möchte man den Beamten zurufen: „Na dann viel Spaß, liebe BaFin“. Noch mehr Arbeit kommt auf die Aufseher zu, wenn sie – was zu erwarten ist – mit weiteren Kontrollaufgaben betraut werden sollen.

Eine neue Mega-Abteilung bei der BaFin wäre wohl auch dann erforderlich, wenn der freie Vertrieb tatsächlich abgeschafft würde und eine eigene Lizenz nach dem Kreditwesengesetz (KWG) benötigt oder unter ein Haftungsdach schlüpfen muss, auch wenn der Groko-Vertrag das nicht hergibt.

In diesem Fall, der einem Berufsverbot für die freien Finanzdienstleister gleichkäme, würden wahrscheinlich die meisten Vermittler ihre Selbständigkeit aufgeben und das Haftungsdach wählen. Es bliebe aber sicherlich noch eine ordentliche Anzahl, die eine eigene KWG-Lizenz beantragt.

Was kann die BaFin besser?

So oder so hat bisher noch keiner der Ideologen schlüssig erklärt, was genau über die bestehenden Vorschriften hinaus eigentlich zu verbessern wäre und warum die zentralistische BaFin besser als die Gewerbeämter und IHKen vor Ort in der Lage sein soll, die Umsetzung im Einzelfall zu kontrollieren.

Offen bleibt auch, was eine “schrittweise“ Übertragung zu bedeuten hat und wie mehrere Stufen bis zur BaFin-Regulierung überhaupt aussehen könnten. Möglicherweise wird ein erster Schritt bereits im Zuge der anstehenden Neufassung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) zur Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II angestrebt.

Sie ist überfällig, weil der nach EU-Recht eigentlich verbindliche Termin für die nationale Umsetzung der MiFID II am 3. Januar 2018 schon weit überschritten ist. Die Anforderungen an den freien Vertrieb müssen damit ohnehin weitgehend an die Institute angeglichen werden, was auch der Frage, wer die Aufsicht darüber übernimmt, sicherlich einen Großteil ihres Schreckens nimmt.

Seite 3: Gezerre um FinVermV zu erwarten

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Unsere Wettbewerber sind heute Google, Amazon und Co.”

Im Rahmen des 2. Digital Day, veranstaltet durch Cash., sprachen wir mit dem Vertriebsvorstand der DFV Deutschen Familienversicherung, Stephan Schinnenburg, über den digitalen Transformationsprozess der Versicherungsbranche, die Strategien der DFV und die Wünsche der Vermittler und Kunden in Sachen Antragsprozess und Leistungsabwicklung. Der Talk im Video

mehr ...

Immobilien

Auch ohne Eigenkapital zum Traumhaus?

Noch nie waren die Zinsen so niedrig wie zurzeit und viele Deutsche möchten sich die günstigen Konditionen sichern – auch ohne Eigenkapital. Doch so verlockend eine Vollfinanzierung klingt, zukünftige Eigenheimbesitzer müssen bei dieser Variante auch die Nachteile berücksichtigen.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap erwirbt Mixed-Use-Immobilie in Dresdner Zentrum

Der Asset Manager Wealthcap hat die gemischt genutzte Immobilie „Haus am Postplatz” in Dresden mit einer Gesamtmietfläche von mehr als 18.000 Quadratmetern erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...