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Bericht: Deutsche Bank und Commerzbank loten Fusion aus

Nationale Champions von Weltrang wünscht sich die Bundesregierung – nicht nur in der Industrie. Seit Monaten wirbt Berlin auch für stärkere deutsche Banken. Nun könnten dem politischen Druck Taten folgen.

Risiken und Nutzen einer Fusion der beiden Großbanken in Deutschland sind unter Experten umstritten.

Die Deutsche Bank will laut “Welt am Sonntag” mit der Commerzbank [1] die Möglichkeit einer Fusion ausloten.

Der Vorstand des größten deutschen Geldhauses habe beschlossen, Gespräche mit dem Konkurrenten aufzunehmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise.

Spekulationen kursieren seit Monaten

Es habe bereits “inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben”, die allerdings noch nicht in einem Stadium seien, in dem sie mitteilungspflichtig seien. Sprecher beider Geldhäuser wollten den Bericht am Samstag nicht kommentieren.

Spekulationen über einen Zusammenschluss der letzten beiden unabhängigen Großbanken kursieren seit Monaten. Seit Sommer werben Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, Ex-Deutschlandchef von Goldman Sachs, und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für stärkere deutsche Banken [2].

Und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schreibt in seiner “Nationalen Industriestrategie 2030”, in allen wichtigen Wirtschaftsbereichen brauche es “große und starke Akteure, die mit Wettbewerbern aus den USA oder China auf Augenhöhe sind”.

Seite zwei: Reaktion noch vor Ende Mai erwartet [3]

Der “Welt am Sonntag” zufolge sollen Scholz und Kukies die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen.

“Innerhalb der nächsten Wochen, am besten vor der Europawahl Ende Mai” erwarte man in Berlin [4] eine Reaktion. Aus Frankfurter Kreisen zitiert das Blatt, es sei richtig, sich einen Termin zu geben, “sonst schiebt man die Antwort auf diese Frage noch die nächsten zwei Jahre vor sich her.”

US-Banken spielen in anderer Liga

Risiken und Nutzen einer Fusion der beiden letzten selbstständigen privaten Großbanken in Deutschland sind unter Experten umstritten.

Auf dem umkämpften – und traditionell kleingliedrigen – Heimatmarkt stünden ihnen weiterhin die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken als bedeutende Spieler gegenüber.

Auf dem internationalen Spielfeld könnte eine neue Großbank [5] dagegen Boden gut machen, wenngleich vor allem die ertragsstarken US-Institute in einer anderen Liga spielen.

Seite drei: Gewichtige Gegenargumente [6]

Als gewichtiges Gegenargument gilt: Beide Häuser sind auch mehr als zehn Jahre nach der Finanzkrise immer noch mit eigenen Baustellen beschäftigt.

Konzernumbau noch nicht am Ziel

Die Deutsche Bank [7] hat nach drei Jahren mit zum Teil tiefroten Zahlen 2018 gerade erst die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Der Aktienkurs ist mit aktuell unter acht Euro weit von einstigen Spitzenwerten entfernt.

Auch die Commerzbank sieht sich bei ihrem Konzernumbau noch nicht am Ziel. Das Institut musste im Herbst angesichts eines ebenfalls kräftig gestutzten Börsenwertes sogar den Dax verlassen und in die zweite Börsenliga MDax absteigen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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