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Deutsche Bank und Commerzbank brechen Fusions-Gespräche ab

Die vieldiskutierte Mega-Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank ist vom Tisch. Die Gespräche über einen Zusammenschluss wurden ergebnislos beendet, wie die Geldinstitute am Donnerstag in Frankfurt mitteilten.

Zu hohe Risiken, zu großer Gegenwind: Die beiden größten deutschen Privatbanken finden nicht zueinander.

Der Mitteilung zufolge seien die Vorstände der beiden Banken nach gründlicher Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde.

Laut Informationen des “Spiegel” zeigte sich vor allem Deutsche-Bank [1]-Chef Christian Sewing skeptisch gegenüber der Fusion. Diese sei ihm zu komplex. Darüber hinaus gebe es unterschiedliche Auffassungen über den Vermögenswert der Institute.

Fusion oder Übernahme?

Letztendlich sei damit auch unsicher gewesen, ob die Banken wirklich gleichberechtigt fusioniert wären oder die vermeintlich größere Deutsche Bank die Commerzbank [2] übernommen hätte.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge plant das Management der Deutschen Bank die Mitarbeitervertreter noch am Abend über das Ende der Fusionsgespräche zu informieren.

Seite zwei: Investoren und Gewerkschaften auf einer Seite [3]

Seit dem Beginn der Gespräche Mitte März stellten sich sowohl große Investoren der Deutschen Bank [4] wie das Emirat Katar und der chinesische Mischkonzern HNA, als auch die Gewerkschaften gegen den Zusammenschluss.

Letztere begründeten ihren Widerstand mit dem Wegfall von bis zu 30.000 Jobs in den beiden Frankfurter Zentralen und Tausenden Filialen im Falle einer Fusion.

Befürworter wurden enttäuscht

Befürwortet wurde das Projekt vor allem von Commerzbank-Chef Martin Zielke [5], Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und dessen Statssekretär Jörg Kukies, seines Zeichens früherer Deutschland-Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Sie sahen in der Entstehung eines neuen großen Instituts eine Stärkung des Finanzplatzes Deutschland. Die neue Bank hätte beispielsweise die Geschäfte deutscher Konzerne und Unternehmen im Ausland begleiten können – ein Gewinn für die auf Export ausgerichtete deutsche Wirtschaft. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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