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Raus aus dem Handlungskorsett, rein in die Selbstreflexion!

Nach der Industrialisierung bildet die Digitalisierung den wohl epochalsten Einschnitt für die Arbeitswelt. Entscheider sollen möglichst international, generationenübergreifend und hypervernetzt führen und das im 24/7-Modus.

Gastbeitrag von Ilona Lindenau, Business-Coach

Ilona Lindenau: “Bevor Sie mit anderen in einen Dialog treten, hören Sie sich am besten erstmal selbst zu.”

Dafür braucht es Motoren, die die Maschine Mensch am Laufen halten. Gespeist werden diese Motoren jedoch nicht durch technologischen Fortschritt, sondern durch die analoge Echtheit und Emotionalität eines jeden Menschen.

Emotionalität und Wahrnehmung sind in einer multivernetzten Welt wichtige Führungs-Tools. Nur so erreichen Führungskräfte [1] ihre Mitarbeiter nachhaltig. Hierbei helfen eine gesunde Wahrnehmungskompetenz und eine wertvolle, stärkenorientierte Kommunikation.

Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer: gelernt haben wir das nicht. Denn unsere Gesellschaft ist so programmiert, das Fehler zu suchen ab dem Schulalter zur Regel und somit zur Gewohnheit wird.

Blicken Sie auf Stärken statt auf Schwächen!

Fehler finden, analysieren und darauf hinweisen beziehungsweise den Verursacher auf sein Fehlverhalten aufmerksam machen, ist normaler Alltag. Stärkenorientierte Kommunikation ist nichts was wir gelernt haben und damit oft im Business erst mal Fehlanzeige!

Unser erlerntes Leistungsschema ist eng mit einem gut zu kontrollierenden Messinstrument verbunden: Zensuren. Wer einen Fehler macht, setzt gute Noten und zwischenmenschliche Beziehungen aufs Spiel.

Dabei ist es gewinnbringender, den Blick weniger auf Schwächen als auf Stärken zu lenken. Warum? Die Motivation [2] verbessert sich deutlich!

Seite zwei: Moderne Führungskräfte unterstützen Mitarbeiter [3]

Moderne Führungskräfte [4] seien dann erfolgreich, wenn sie, so der renommierte Neurobiologe Gerald Hüther, ihre Mitarbeiter unterstützen, ihr Potenzial voll zu entfalten. Stärken wahrzunehmen und zu fördern setzt Empathie voraus.

Den Mitarbeiter als Menschen zu sehen, sich in ihn hineinzuversetzen gelingt am besten durch einen Perspektivwechsel. Versetzen Sie sich in ihr Gegenüber.

Selbstregulierung ist wichtig und hilfreich

Mit dem Blick durch eine andere Brille wird deutlich, dass wir uns unsere Wirklichkeit selbst konstruieren und dabei oftmals Gefahr laufen, falsche Schlüsse zu ziehen. Wir selbst sind Herr oder Herrin unserer Wahrnehmung – nur wissen wir diese oft nicht richtig zu regulieren.

Diese Kompetenz, entgegen der von der Emotion vorgeschlagenen Richtung zu handeln, sich selbst zu regulieren, ist gerade im Geschäftsleben außerordentlich wichtig und hilfreich.

Mit diesen vier Tipps gelingt es, das Handlungskorsett im Beruf abzulegen und seine Wahrnehmung bewusst zu steuern:

Stopptechnik “alles kalter Kaffee”

Sobald sich Wut und negative Emotionen bemerkbar machen, hilft ein Blick auf die Kaffeetasse: “Ärgern hilft mir nicht weiter”, oder – “Ist doch alles nur kalter Kaffee”. Ist der Frust noch im Anfangsstadium, gelingt es, sich mit diesem Gedanken emotional zu regulieren.

Notizblock

Auch wenn er antiquiert anmutet: der gute, alte Notizblock kann bei der Selbstreflexion helfen. Nehmen Sie sich einen Stift und notieren Sie Ihre Gedanken um bei einem Gespräch oder in einem Meeting Abstand zu gewinnen.

Ein ebenso probates Mittel ist eine kurze Pause. Wie diese aussieht, bestimmen Sie. Trinken Sie einen Schluck Wasser, gehen Sie zur Toilette, atmen Sie tief durch oder entschuldigen Sie sich für einen kurzen Spaziergang durch die Flure.

Die Bewegung, die räumliche wie zeitliche Distanz schaffen Abstand und man kann sich dann wieder mit einem kühlen Kopf seinem Gegenüber [5] zuwenden.

Seite drei: Rückfrage und Selbstgespräch [6]

Rückfrage

Oftmals führen Missverständnisse zu Konflikten, weil die Aussagen des anderen falsch interpretiert wurden. Statt sich zu ärgern, ist es zielführender nachzuhaken, indem man seinen Dialogpartner um eine Beschreibung oder Einschätzung der Situation bittet.

Mit einer klaren und bewertungsfreien Nachfrage fördern Chefs die Bereitschaft ihres Gegenübers selbst Lösungen vorzuschlagen und damit seine Stärke zu beweisen.

Selbstgespräch

Bevor Sie mit anderen in einen Dialog [7] treten, hören Sie sich am besten erstmal selbst zu. Denn Worte haben eine starke Wirkung, ebenso wie Gedanken.

Self-Talk ist alles, was jeder Einzelne von sich denkt und zeigt, ob jemand sich und anderen wertschätzend begegnet und sein Potenzial wirklich ausschöpft: Gedanken können stärken oder demütigen. Selbst Stress baut sich über Gedanken auf und auch wieder ab.

Fazit

Kommen Sie ihren negativen Glaubenssätzen auf die Spur und helfen Sie aktiv dabei, die Weichen Ihres Denk- und Handlungskorsetts mit der Lindenau-Methode neu zu stellen – es lohnt sich, sowohl für Sie als auch für Ihr Gegenüber.

Ilona Lindenau verfügt über ein umfassendes Know-how und langjährige Expertise als Business-Coach, spezialisiert auf Kommunikations- und Führungstraining. Als international tätige Trainerin mit eigener Akademie unterstützt Lindenau seit vielen Jahren Führungskräfte und Unternehmen, Ziele zu erreichen und ihren Erfolg zu steigern.
Mit ihrem Ausbildungsangebot zum International Business Coach und zum International Life- und Business Coach mit IHK-Zertifikat setzt ihre Akademie neue Meilensteine in der Coachingausbildung. Mehr über Ilona Lindenau unter www.ilonalindenau.de [8]. Informationen zur Coachingausbildung gibt es unter https://coachingausbildung.academy

Fotos: Ilona Lindenau, Shutterstock

 

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