22. Oktober 2019, 16:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Talentförderung ist Chefsache

Nachwuchskräfte, die derzeit ein Praktikum absolvieren, erwarten kommunikationsstarke Führungskräfte. In der Praxis erleben sie aber oft das Gegenteil. Das ist ein Ergebnis des „Future Talents Report“, für den die Unternehmensberatung CLEVIS Consult 7.664 Talente befragte, die ein Praktikum absolvierten oder als Werkstudenten arbeiteten.

Shutterstock 124871071 in Talentförderung ist Chefsache

 

Demnach gaben 79% der Befragten an, dass ihnen in ihrem Praktikum vor allem die Kommunikation mit ihren Führungskräften wichtig ist. Weitere 40% wünschen sich regelmäßiges Feedback. Im Arbeitsalltag ist das Kommunikationsverhalten von Arbeitgeberseite allerdings ausbaufähig. So erhalten gemäß der deutschlandweit größten Studie dieser Art 77% der Befragten derzeit kein Coaching während ihres Arbeitsverhältnisses. Zwar überwiegt insgesamt die Zufriedenheit bei den jungen Talenten – neun von zehn Studienteilnehmer würden sich noch einmal beim jeweiligen Arbeitgeber bewerben – aber in der Kommunikation durch ihre Führungskräfte haben viele Arbeitgeber offenbar Nachholbedarf. Beispiel: 39% der Praktikanten erhalten kein Abschlussfeedback und 54% vermissen eine Einführungsveranstaltung, wenn sie ihr Praktikum starten.

„Ob junge Talente zufrieden mit ihrem Praktikum sind, hängt in erster Linie mit der Anleitung ihres Arbeitsverhältnisses zusammen. Unsere Studie zeigt: Nachwuchskräfte, die zufrieden mit ihrer Führungskraft sind, können sich eine erneute Bewerbung beim jeweiligen Unternehmen vorstellen. Im Umkehrschluss ist der Anteil derjenigen, die sich nicht noch einmal bei einem Arbeitgeber bewerben würden größer, wenn zuvor schwache Führungsarbeit geleistet wurde.“, so Kristina Bierer von CLEVIS Consult, dem Betreiber der Studie.

Klare Führungsstruktur schlägt flache Hierarchien

Der Generation Y sowie der aktuell auf den Arbeitsmarkt strebenden Generation Z wird oft nachgesagt, flache Hierarchien zu bevorzugen, um so schon zu Beginn ihres Berufslebens Projektverantwortung übernehmen zu können. Für das Praktikum gilt das jedoch nur bedingt. Denn 41% der Studienteilnehmer stufen flache Hierarchiestrukturen als eher unwichtig ein. Die Einbindung in konkrete Projekte ist derweil so oder so gegeben. Denn gemäß des „Future Talents Report“ absolviert bereits jeder dritte Praktikant Überstunden. In zahlreichen Mangelberufen ist der Anteil sogar noch höher. 40% der Maschinenbauer, 41% der Wirtschaftsingenieure und gar 52% der Chemiker arbeiten demnach schon in der beruflichen Kennenlernphase zwischen Arbeitgeber und -nehmer länger als im Arbeitsvertrag vereinbart.

„Future Talents ist es extrem wichtig bereits zu Beginn ihres Berufslebens spürbar und aktiv gefördert zu werden. Wer Aufgaben nur an sie delegiert, verliert sie sehr schnell. Wer ihnen dagegen Verantwortung überträgt und dadurch Selbstständigkeit einfordert und eben auch fördert, wird honoriert. Inhaltliche Schulungen und methodische Weiterbildungen können dann helfen, die jungen Talente zu binden.“, so Kristina Bierer.

Über die Studie

Für den „Future Talents Report“ wurden bis Ende 2018 7.664 Teilnehmer online befragt, die einen Fragebogen von 74 Fragen rund um ihre Praktikumserfahrung beantworteten. Dabei ging es um die Merkmale des jeweiligen Arbeitsverhältnisses, die Arbeitgeberqualität, das Markenimage sowie demografische Daten. Als Studien-Kooperationspartner fungierte das Arbeitgeberbewertungsportal kununu. Im Februar 2020 wird die Neuauflage der jährlich erscheinenden Studie in Berlin vorgestellt.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Bayerische entwickelt Telematiktarif: Wer nicht fährt, bezahlt (fast) nichts

Im ersten Halbjahr 2020 plant die Bayerische stufenweise einen App-basierten Telematik-Tarif und verknüpft “pay as you drive” mit “pay how you drive”. Hierfür haben der Münchener Versicherer und das Schweizer Insurtec Kasko2go ein gemeinsames Projekt gestartet.

mehr ...

Immobilien

KanAm kauft Bürohaus im Brüsseler Europaviertel

Die KanAm Grund Group hat in Brüssel das “Le Corrège” in der Avenue Cortenbergh für einen ihrer Immobilien-Spezialfonds für Institutionelle Investoren gekauft. Das Gebäude mit teilweise sechs Obergeschossen und rund 5.200 Quadratmetern im Stadtviertel Leopold ist an ein Außenministerium vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Ökoworld Fonds: Anteilsvermögen um über 55 Prozent gesteigert

Ende des Jahres 2018 kam es zu starken Kurskorrekturen an den globalen Aktienmärkten. Für das Fondsmanagement der Ökoworld Lux S.A. unter Leitung von Alexander Mozer war dies der Nährboden für eine konsequente Umsetzung des seit vielen Jahren etablierten Stockpicking-Ansatzes. Mit Erfolg: Die Steigerung des Anteilsvermögens vom 2. Januar 2019 zum 2. Januar 2020 liegt bei über einer halben Milliarde Euro.

mehr ...

Berater

Wer erbt bei Verteilung des Vermögens nach einzelnen Gegenständen?

Hat der Erblasser in seinem Testament sein gesamtes Vermögen nach Einzelgegenständen unter den bedachten Personen aufgeteilt, ist in der Regel anzunehmen, dass er eine Erbeinsetzung bezweckt hat. Allerdings folgt daraus nicht, dass alle benannten Personen zu Erben berufen sind. Darauf weist die Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V. (DVEV) als Folge eines Urteils des OLG Oldenburg hin.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium: Gutachter bestätigt Rendite-Zwischenstand über Plan

Die Rendite der ersten Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro für das aktuelle Angebot Logistik Opportunitäten Nr. 1 von Solvium Capital liegt deutlich über der Zielmarke. Das bescheinige die aktuelle „nachgelagerte Investitionsbeurteilung“ einer Prüfungsgesellschaft. Die Platzierung der Vermögensanlage schreitet derweil voran.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...