24. September 2020, 15:51
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Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

CH 9729 in Finanzstark ins digitale Zeitalter

Dirk Oliver Haller

Längst haben Politik und Wirtschaft erkannt, wie dringlich die nächsten Schritte sind, um die Digitalisierung aktiv zu gestalten und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen haben nach einer KfW-Studie die Implementierung ihrer Digitalisierungsstrategie bis Ende 2021 fest auf der Agenda. Es gilt die Entwicklungschancen des rasanten technischen Fortschritts wahrzunehmen, bevor es zu spät ist. Doch auch wenn die Konzepte bereitstehen, stellt sich allen voran für den Mittelstand die Frage nach der richtigen Finanzierung für die digitale Transformation.

Klassisch, weil altbewährt, geht der erste Blick zunächst in Richtung Bankinstitute. Doch der Weg zum Darlehen ist meist langwierig. Sicherheiten müssen aufgezeigt werden. Die Geschäftsbilanz vergangener Jahre wird ausgiebig analysiert und bankintern diskutiert bis schließlich eine Entscheidung steht. In Zeiten, wo mehr denn je finanzielle Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gerade auch kurzfristig gefragt ist, kann das allein keine adäquate Antwort mehr sein. Doch welche sinnvollen Ergänzungen zum Hausbankmodell gibt es?

Eine Möglichkeit bietet das Factoring. Hierbei verkauft das Unternehmen die ausstehenden Forderungen gegenüber seinen Kunden an den Geldgeber. Abzüglich einer Gebühr und eines Sicherheitseinbehalts zahlt dieser hierfür in der Regel 80 bis 90 Prozent der Rechnungssumme unmittelbar. Das Gros des Betrags steht damit dem Unternehmen kurzfristig zur Verfügung.

Betriebswerte kapitalisieren und weiternutzen

Mittel, um neue Investitionen anzuschieben, ohne dem Kunden kurze Zahlungsziele abzuverlangen. Den Mahn- und Inkassoprozess übernimmt meist die Factoring-Gesellschaft. Durch die Auslagerung des Forderungswesens schont das Unternehmen also auch eigene Zeit- und Personalressourcen, die dann für Digitalisierungsprojekte eingesetzt werden können. Voraussetzung für das Factoring ist freilich eine gute Auftragslage, sodass ausreichend offene Rechnungen handelbar sind.

Ist dies nicht der Fall, kann ein Sale-And-Lease-Back Manöver für schnelle Liquidität sorgen. Statt seiner Forderungen macht das Unternehmen zum Beispiel Werksmaschinen oder Büroimmobilien durch einen Verkauf an eine Leasinggesellschaft zu Geld. Im gleichen Zug werden die gegenständlichen Betriebsmittel von dieser zurückgeleast. So bleibt die Nutzungsmöglichkeit für das Unternehmen gegen die Zahlung von Leasingraten erhalten.

Hiermit können gerade in Krisenzeiten wichtige Anschubfinanzierungen gestemmt werden, um die geplanten Schritte ins digitale Zeitalter nicht auf die lange Bank schieben zu müssen. Der Haken? Einmal eingesetzt, sind die Betriebsmittel meist längerfristig im Sale-And-Lease-Back gebunden und fallen mithin für Finanzierungsprojekte bei Banken als Sicherheiten aus. Ferner stehen nicht in jeder Branche derartige Betriebsgüter typischerweise zur Verfügung.

Seite zwei: Wachstum fördern mit Vorfinanzierung

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