16. April 2020, 10:44
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Ruhestandsplanung: “Nicht einfach mit Produktverkauf lösbar”

Noch immer mangelt es an hochwertigen konzeptionellen Beratungsansätzen für die Zielgruppe 50plus, die meisten Vermittler sind auf Ansparprozesse und Kapitalaufbau fokussiert, nicht auf das Entsparen. Dabei gewinnt die Auszahlungsphase immer mehr an Bedeutung.

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Bei den meisten Bundesbürgern herrscht noch immer erschreckende Unkenntnis darüber, wie lange sie durchschnittlich leben werden und mit dem angesparten Geld auskommen müssen.

All zu häufig wird die Ruhestandsplanung noch als verlängerte Altersvorsorge missverstanden. Dabei gibt es grundsätzliche Unterschiede. “Die Altersvorsorge ist ein Sparprozess, der bis zum Ruhestand dauert, während die Ruhestandsplanung ein Beratungs- bzw. Planungsprozess ist, der kurz vor dem oder im Ruhestand beginnt und deshalb ganz anderen Prämissen unterliegt. Man plant dann nicht mehr bis zum Ruhestand, sondern sozusagen bis zum Todesfall”, erklärt Olaf Neuenfeldt, Vorstand der Initiative Ruhestandsplanung.

Die Zielgruppe sei eine völlig andere, betont er: „Ein 25-Jähriger hat andere Bedürfnisse als ein 60-Jähriger und befindet sich in einer anderen Lebenssituation. In der Ruhestandsplanung ist die Lebenserwartung als Chance und zugleich als Risiko zu betrachten. Testament, Verfügungen, Vollmachten sind wesentliche Beratungsthemen.” Die Unterschiede zur Altersvorsorge seien groß.

“Nicht ruhestandsgerecht investiert”

“Die herkömmliche Altersvorsorgeberatung richtet sich meist an Kunden im Alter von 25 bis etwa 50 Jahren und zielt in erster Linie auf den Vermögensaufbau. Die Ruhestandsplanung schafft als neuer Beratungsansatz einen Perspektivwechsel, indem die konkrete Nutzung des für den Ruhestand angesparten Vermögens in den Mittelpunkt gestellt wird. Es geht um die Planung des Entsparens“, erläutert Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB). Daraus ergeben sich aus seiner Sicht besondere Chancen in der Beratung der Zielgruppe 50plus.

“Bisher wird das Thema Ruhestandsplanung nur von einer sehr kleinen Anzahl spezialisierter Finanzberater systematisch umgesetzt. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Struktur des Geldvermögens, dass insbesondere bei vermögenden Kunden in der Zielgruppe 50plus ein akuter Handlungsbedarf besteht, denn das für den Ruhestand angesparte Vermögen liegt zu großen Teilen in niedrigverzinsten Anlagen und ist nicht ruhestandsgerecht investiert.” Die Aufgabe des Ruhestandsplaners besteht also darin, lebenslange finanzielle Liquidität für den Kunden sicherzustellen.

Seite zwei: Berater müssen umdenken

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