27. Juli 2020, 00:01
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Hoffnungsträger Klimawandel?

Millionen Menschen sind in Kurzarbeit. In der Folge kürzten oder strichen die Betroffenen in den Monaten März und April vor allem die Sparraten für die Altersvorsorge. Eine fatale Entwicklung, die dringend korrigiert werden muss. Warum ausgerechnet unser Umgang mit dem Klima und der Kampf dagegen die Wende bringen könnte.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Europa klimaneutral machen und die Finanzberatung nachhaltig ausgestalten.

Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von INSA Consulere, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) unlängst durchgeführt wurde, sind erschreckend. Danach hatten 20 Prozent der Befragten in den beiden zurückliegenden Monaten weniger Einkommen, weil das Gehalt aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung beziehungsweise die Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit teilweise oder ganz entfallen sind. Auf 64 Prozent traf dies allerdings nicht zu, sie hatten keine Einkommenseinbußen. Der Rest machte entweder keine Angaben dazu oder es fehlte der genaue Überblick über die Finanzen.

Je größer der Haushalt, desto häufiger verzeichneten die Befragten niedrigere Einkünfte. Während nur 17 Prozent der Ein-Personen-Haushalte im März oder April von Einkommenseinbußen betroffen waren, steigt der Anteil kontinuierlich bis auf 28 Prozent bei Haushalten mit vier Personen an. Offenkundig mussten Eltern wegen der häuslichen Betreuung der Kinder Abstriche an der Erwerbstätigkeit machen. Ebenso hatten Teilzeitbeschäftigte deutlich häufiger (31 Prozent) Einkommensminderungen hinzunehmen als Vollzeitbeschäftigte (24 Prozent).

Von den Befragten, deren Einkünfte niedriger als gewöhnlich waren, mussten acht Prozent ihre Mietzahlungen aufschieben.
13 Prozent ließen Versicherungsverträge beitragsfrei stellen oder kündigten sie sogar. Am häufigsten fiel die Altersvorsorge der schlechteren Einkommenssituation zum Opfer: 19 Prozent kürzten die Sparrate für die Absicherung im Alter oder stellten das Sparen vorerst ganz ein.

Bestehende Verträge nicht ganz aufgeben

“Die Altersvorsorge ist offenkundig einer der Posten, die bei einem finanziellen Engpass zuerst infrage gestellt werden”, erklärte Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). “Kürzungen bei diesen Verträgen entfalten in aller Regel erst in ferner Zukunft ihre Wirkung und fallen damit leichter.”

Das DIA rät, in solchen Situationen die bestehenden Verträge nicht ganz aufzugeben, sondern allenfalls die Einzahlungen auszusetzen und später nach einer Verbesserung der finanziellen Lage wieder aufzunehmen und am besten die ausgefallenen Raten nachzuholen.

Blickt man auf das Verhalten von Frauen und Männern in Sachen Altersvorsorge, fördert die Corona-Pandemie weitere eklatante Unterschiede zutage. Obwohl Männer und Frauen gleichermaßen von den beruflichen Auswirkungen wie Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen sind, treten Frauen laut einer Umfrage von Fidelity International unter 1.000 Berufstätigen, durchgeführt von Kantar Emnid deutlich stärker auf die Ausgabenbremse. So reduzieren 40 Prozent der Frauen ihre Konsumausgaben im Vergleich zu 25 Prozent der Männer. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei größeren Anschaffungen, die 26 Prozent der Frauen im Vergleich zu 15 Prozent der Männer aufschieben wollen.

Seite zwei: Für viele Deutsche steht die Altersvorsorge zur Disposition

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