Kommen und Gehen: Neugründungen und ihr Ende

Ebenfalls nicht mehr am Markt ist Alvecon, eine Maklertochter, die zum Versicherer Deutscher Ring Kranken gehörte. Das 2003 gegründete Unternehmen mit Sitz in Frankfurt wurde „im Zuge einer Neuordnung der Vertriebsbeteiligungen“ Anfang 2011 geschlossen. Die Alvecon hatte laut Bundesanzeiger einen Jahresfehlbetrag von fast sieben Millionen Euro in den Büchern stehen. Zudem stützte der Deutsche Ring Kranken seit 2008 das Unternehmen über eine stille Beteiligung in Höhe von zehn Millionen Euro.

Den Vertrieblern der Alvecon wurde infolge der Kündigungen eine Zusammenarbeit unter dem Dach der SDV Servicepartner, einer 100-prozentigen Tochter des Versicherers Signal Iduna, eingeräumt. Erst 2009 wurde das Unternehmen, das mit Ausschließlichkeitsvertretern sowie Makler und Mehrfachagenten gleich mehrere Vermittlergruppen im Auge hatte, umstrukturiert, am Markt neu positioniert und wollte eigentlich kräftig wachsen.

Gleich zwei Vertriebe auf einen Streich schloss der Versicherer HDI-Gerling Leben im Mai 2010. Eingestampft wurden der im Jahr 2005 gegründete Maklerdienstleister Partner Office und die 2008 als Spezialvertrieb für wohlhabende Kunden der Generation 45plus gestartete Deutsche Privatvorsorge. Grund: Eine interne Prüfung hatte ergeben, dass Überschneidungen in den Geschäftsmodellen der einzelnen Gesellschaften bestehen. Deshalb habe man sich entschieden, den Maklervertrieb bei Clarus zu konzentrieren, so der Versicherer, damals noch eine Tochter von HDI-Gerling – seit 2011 aber mehrheitlich beim Wiesbadener Aragon-Konzern.

Ferner ging im Jahr 2010 auch das Licht bei Fingro, eine auf Fondspolicen spezialisierte Tochter des Versicherers Gothaer, aus. Erstes Anzeichen: Der Versicherer begann im Frühjahr 2010 damit, das Produktangebot und die Expertise beider Unternehmen zu bündeln. Damals hieß es, dass beide Produktlinien erhalten bleiben sollen. Im August kam dann das Aus, die Marke Fingro wurde von der Gothaer eingestampft.

Geschlossen ist mittlerweile auch das Haftungsdach Efonds Financial Services, dass die Efonds Group im November 2007 an den Start brachte. Das Unternehmen wollte damals mit der Einführung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID auf der Höhe der Zeit sein und sah die Gründung als strategische Investition in Vorbereitung auf eine Regulierung geschlossener Fonds nach dem Kreditwesengesetz (KWG). Doch die Zeiten haben sich dahingehend verändert, dass eine vollumfängliche KWG-Regulierung kaum mehr zu erwarten ist, sodass der Einsatz eines Haftungsdachs für die Vermittler von Beteiligungen nicht mehr zwingend notwendig sein dürfte.

Der aktuell im Bundestag diskutierte Gesetzentwurf zur Regulierung des Beteiligungsmarktes sieht für Fonds-Vermittler eine Regelung nach dem Gewerberecht vor. Eine KWG-Regelung hätte für viele unabhängige Vermittler zur Folge gehabt, eine Zulassung als Finanzdienstleistungsinstitut beantragen oder sich einem Haftungsdach anschließen zu müssen. Ein weiterer Grund für die Schließung war, dass der finanzielle und administrative Aufwand angesichts kontinuierlich steigender Anforderungen nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis zum Betrieb des Haftungsdachs stand. Die Einstellung erfolgte Februar 2011.

Den mit Abstand kürzesten Auftritt unter den hier genannten Unternehmen hatte das Haftungsdach der Hesse Newman Privatbank. Nach nur einem Jahr war Ende Mai 2008 Schluss. Als Grund wurde für diesen Schritt die strategischen Neuausrichtung des Unternehmens genannt, bei der die Entwicklung von Produkten für den Emissions- und Bankenbereich im Vordergrund stehen sollte.

Seite 3: Mobiler Vertrieb gescheitert

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