Dr. Amann AG insolvent ? Fonds werden liquidiert

Die Eidgenössische Bankenkommission in der Schweizer Bundeshauptstadt Bern hat am 30. Mai das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Initiators Dr. Amann AG, Zermatt, eröffnet und die Liquidation von acht Fondsgesellschaften angeordnet. Das ergibt sich aus einer Verfügung der Schweizer Finanzaufsichtsbehörde, die cash-online exklusiv vorliegt.

Die Behörde hatte Mitte letzten Jahres festgestellt, dass die Dr. Amann AG ?kollektive Kapitalanlagen? anbiete, für die eine Bewilligung der Aufsichtsbehörde notwendig sei. Nachdem diese nicht vorlag und bis Ende 2007 das Geschäft nicht in eine gesetzeskonforme Struktur überführt worden war, setzte die Kommission am 11. Januar 2008 die Beratungsgesellschaft Ernst & Young AG, Basel, als Untersuchungsbeauftragte ein und ordnete nun die Liquidation der Fonds an.

Unternehmensgründer Dr. Jürgen Amann hatte auch um die Gunst deutscher Anleger gebuhlt. Die bekanntesten Beteiligungsangebote sind die Amman-Fonds VI (Bürohaus ?White Plaza?), VIII (Hotel ?Schweizerhof?) und XIV (Golf- und Spa-Ressort im französischen Le Roc in Roquebrunne). Wie aus dem Bericht der Schweizer Finanzbehörde hervorgeht, ist in den ersten beiden Fällen genügend Eigenkapital vorhanden, ?dass die Gläubigerinteressen nicht gefährdet sind?. Dies gelte allerdings nicht für die Interessen der Anleger, den das eingezahlte Gesellschaftskapital sei nicht vollständig gedeckt. Die Anleger müssen demnach wohl mit einem teilweisen Verlust rechnen.

Von dem Projekt Le Roc, das angeblich verkauft worden sei, schienen hingegen nur noch Forderungen gegen die Dr. Amann AG verblieben zu sein. Dies könnte bedeuten, ?dass eventuelle Gläubiger und Anleger auf ihren Forderungen einen Totalverlust erleiden?, so die Verfasser des Prüfberichts. Klare Erkenntnisse über die finanzielle Lage lägen in diesem Fall jedoch noch nicht vor. Die Dr. Amann AG selbst sei mit hoher Wahrscheinlichkeit überschuldet. Pikant: Bei zwei Fonds lasten auf den Immobilien Schuldbriefe, mit denen Forderungen Dritter gegen die Dr. Amman AG, also den Initiator, in Höhe von insgesamt 22 Millionen Schweizer Franken abgesichert sind. (af)

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