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15. September 2009, 11:04
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Schiffsfonds unter dem Hammer

Schiffsfondsinitiatoren jagen nun auch auf dem Zweitmarkt Schnäppchen. Das niedrige Kursniveau der Fondsanteile wirkt verführerisch. Doch reicht die Qualität der angebotenen Zielfonds, um ein rentables Portfolio zusammenzustellen?

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Text: Andreas Friedemann

Die wenigsten Anleger freuen sich wohl noch darüber, Post von dem Initiator ihrer Schiffsbeteiligung im Briefkasten vorzufinden. Häufig informieren die Schreiben über einen Ausschüttungsstopp, fordern den Anleger in seiner Eigenschaft als Kommanditist auf, Nachschüsse zu leisten oder teilen im schlimmsten Fall den Termin einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung mit, auf der über das vom Emissionshaus erarbeitete Sanierungskonzept abgestimmt werden soll. Doch wer geglaubt hat, dass die Anleger nun in Panik ihre Schiffsfondsanteile zu veräußern suchen, sieht sich getäuscht.

Niedrigkurse, Umsatzschwäche

Denn nicht nur die Charterraten und Kaufpreise der Schiffe sind binnen Jahresfrist drastisch gesunken. Die durchschnittlichen Umsätze und Kurse für Fondsanteile, die auf den zahlreichen Handelsplätzen angeboten werden, sind es auch: Mit 93 öffentlichen Handelsabschlüssen und einem Gesamtvolumen von nominal 2,89 Millionen Euro war der Juli der umsatzschwächste Monat des Jahres 2009 auf dem Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen. Das jedenfalls teilt das Hamburger Handelshaus Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG) in seinem monatlichen Marktbericht mit. Im Juni hätten die Marktteilnehmer noch 117 Transaktionen von nominal 5,67 Millionen Euro gemeldet. Der Durchschnittskurs aller Transaktionen lag DZAG-Angaben zufolge im Juli 2009 bei 63,57 Prozent und damit knapp 2,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Im Juni des Vorjahres lag dieser Wert noch bei 105,5 Prozent. Der Wettbewerber Fondsbörse Deutschland kommt in der Tendenz zum gleichen Ergebnis

Die schwachen Umsätze auf den Zweitmärkten lassen sich auch auf ein gesunkenes Angebot zurückführen. Die von Marktbeobachtern für die Sommermonate erwarteten Notverkäufe von Anlegern sind bis dato ausgeblieben. „Viele Anleger wollen ihre Anteile verständlicherweise nicht zum aktuellen Kursniveau anbieten. Wer heute nicht dringend verkaufen muss, hält seine Beteiligung im Bestand und spekuliert auf eine mittelfristige Beruhigung der Schifffahrtsmärkte“, erläutert Bert E. König, Vorstand der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg.

Nicht nur die geringen Preise dürften die Anleger abschrecken. Mit dem Verkauf des Anteils entledigen sie sich nicht automatisch aller Zahlungsverpflichtungen. Denn als Kommanditisten haften sie laut Handelsgesetzbuch bis zu fünf Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Fonds dafür, die Einlage vollständig erbracht zu haben. Da Ausschüttungen rechtlich meist als Rückzahlung der Einlage anzusehen waren, haften die Anleger nicht selten bis zur Höhe der erhaltenen Zahlungen. In besseren Tagen, als die Raten nur den Weg nach oben kannten, als rein theoretisch abgetan, wird diese Frage nun zunehmend praxisrelevant.

Für ältere Fonds, die noch Verlustzuweisungen boten, stellt sich ein weiteres Problem: Der sogenannte Unterschiedsbetrag, der beim Übergang zur Tonnagesteuer gebildet wurde. Diese Summe müssen die Anleger bei Verkauf des Schiffes oder der Beteiligung unabhängig vom erzielten Erlös versteuern. Angesichts der niedrigen Preise kann die fällige Steuerzahlung den Veräußerungserlös im Einzelfall sogar übersteigen – kein gutes Geschäft. Allerdings: Auch dann, wenn der Fonds in die Insolvenz rutschen sollte und der Anleger daher keinerlei Rückfluss erhält, muss er den Unterschiedsbetrag versteuern.

Ungeachtet dessen registrierte die Fondsbörse Deutschland in den vergangenen Wochen wieder einen Zuwachs der Handelsaktivitäten institutioneller Käufer.

Käufe Institutioneller legen zu

Es ist damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetzt, denn in den letzten Monaten wuchs das Angebot an geschlossenen Zweitmarktofferten für Schiffsfonds. „Wenn sich die Schifffahrtsmärkte beruhigt haben, wird es wieder eine höhere Anzahl qualitativ hochwertiger Fondsanteile für Zweitmarktfonds geben“, prognostiziert König.

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