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G.U.B.-Dreifachplus für Best of Shipping III von Lloyd Fonds

Die Hamburger Ratingagentur G.U.B. hat das Beteiligungsangebot „Best of Shipping III“ des Hamburger Emissionshauses Lloyd Fonds AG [1] mit 82 von 100 möglichen Punkten bewertet. Das entspricht dem Gesamturteil „sehr gut“ (Dreifachplus). Der Initiator plant, zehn Millionen Euro Eigenkapital einzuwerben, um damit ein Portfolio an Schiffsbeteiligungen des Zweitmarkts aufzubauen sowie in Vorzugskapital im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen von Schifffahrtsgesellschaften zu investieren.

Konzeptionsgemäß soll zumindest die Hälfte des Fondsvolumens für den Aufbau eines Portfolios aus Schiffsbeteiligungen des Zweitmarktes genutzt werden. Beschränkungen auf bestimmte Schiffstypen oder Größenklassen sind nicht vorgesehen, allerdings dürfen lediglich 25 Prozent der Investitionen auf Beteiligungen entfallen, die der Initiator selbst initiiert hat. Das Portfolio-Mangement obliegt wie bei den beiden Vorgängerprodukten der Lloyd-Fonds-Tochter Trade On GmbH.

Der verbleibende Teil des verfügbaren Eigenkapitals kann in Vorzugskapital im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen von Schifffahrtsgesellschaften investiert werden. Alle Investitionsentscheidungen der Fondsgeschäftsführung in diesem Bereich stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung eines fünfköpfigen Beirats, von denen drei von der Fondskomplementärin entsandt werden.

Zu den Chancen/Stärken des Beteiligungsangebots zählen die G.U.B-Analysten die langjährige Erfahrung des Initiators, die sich auch auf Schiffsfonds sowie Zweitmarktofferten erstreckt und durch eine sehr gute Leistungsbilanz 2008 belegt ist. Positiv sei ferner die Einrichtung eines Investitionsbeirates, der nicht nur mit weitreichenden Zustimmungserfordernissen ausgestattet, sondern zudem bereits zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung mit drei erfahrenen Mitgliedern besetzt worden war. Pluspunkte erhält das Konzept zudem für das Vorhaben, eine breite Risikostreuung über eine Vielzahl von Fondsanteilen und Marktsegmente umsetzen zu wollen. Auch die Begrenzung der Investitionen in hauseigene Beteiligungsangebote auf 25 Prozent des Gesamtvolumens und die vergleichsweise hohe, anfängliche Investitionsquote finden Zustimmung bei den Fondsexperten. Die Offerte folgt einer antizyklischen Investitionsstrategie, die den Analysten aufgrund der vom Emissionshaus untermauerten Marktdaten plausibel erscheint. Weitere Pluspunkte sammelt der Fonds schließlich dadurch, dass nur solche Beteiligungen angekauft werden sollen, die zur Tonnagesteuer [2] optiert haben, so dass die Ergebnisse nur geringen steuerlichen Belastungen unterliegen dürften. Positiv sei schließlich, dass die Anleger in bestimmten wirtschaftlichen Notlagen ihre Beteiligung vorzeitig kündigen können.

Den genannten Pluspunkten stehen generell erhöhte unternehmerische Risiken gegenüber, die nicht nur auf Ebene des Marktes sondern auch der Zielfonds entstehen können. Zu den Schwächen/Risiken des Lloyd-Fonds-Produkts zählen die Analysten zudem, dass der Initiator selbst von den negativen Marktentwicklungen belastet ist, obgleich im April dieses Jahres eine vollständige Enthaftung von allen gegenüber Banken abgegebenen Garantie- und Bürgschaftserklärungen vereinbart worden ist [3]. Ferner habe der Initiator für seine Zweitmarktofferte keine Platzierungsgarantie gegeben, eine Blind-Pool-Konzeption gewählt und seine Investitionskriterien vergleichsweise weit gefasst. Schließlich können die G.U.B.-Experten nicht ausschließen, dass der Investitionsbeirat von dem Emissionshaus dominiert wird.

Die zur Cash-Medien AG gehörende G.U.B. bewertet seit 37 Jahren Produkte des privaten Kapitalmarkts und ist damit die älteste Ratingagentur Deutschlands. (af/te)

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