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Geschlossene Fonds: Erneuter Platzierungseinbruch

Die Beteiligungsbranche musste im dritten Quartal einen herben Rückschlag einstecken. Wie aus der Statistik des Branchenverbands VGF hervorgeht, sind die Platzierungszahlen der Emissionshäuser in diesem Zeitraum um ein Drittel geschrumpft. Grund soll vor allem die Investitionszurückhaltung institutioneller Investoren sein.

Während der gefürchtete Double Dip der Weltwirtschaft aller Voraussicht nach erspart geblieben ist, scheint er die Branche der geschlossenen Fonds kalt erwischt zu haben. Die Statistik des VGF weist für das dritte Quartal einen Rückgang des platzierten Eigenkapitals auf 818,6 Millionen Euro aus. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Einbruch um 31 Prozent.

Damit sind die Mitgliedsunternehmen des Verbands, die mehr als 80 Prozent der Branche repräsentieren, fast wieder auf dem mageren Niveau des dritten Vorjahresquartals angekommen. Damals sammelten sie 780,4 Millionen Euro ein.

Indessen weist der VGF darauf hin, dass den Emissionshäusern bei Betrachtung der kompletten ersten neun Monate 2010 wesentlich mehr Mittel zuflossen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Verbandsmitglieder hätten im vergangenen Quartal zudem ein großes Volumen an Neuemissionen (663 Millionen Euro) auf den Markt gebracht. Der Wert liege damit um zehn Prozent über dem des Vorquartals. Dies werde in den kommenden Monaten voraussichtlich einen hohen Zuwachs an Eigenkapitalinvestitionen bewirken.

“Wir erwarten für das vierte Quartal gute Platzierungsergebnisse. Am Ende des Jahres 2010 wird nach unserer derzeitigen Einschätzung ein moderates Wachstum im Vergleich zum Jahr 2009 zu sehen sein”, erklärt VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba.

Seite 2: So haben sich die einzelnen Fondssegmente entwickelt [1]

Von den traditionellen Assetklassen büßten vor allem Immobilienfonds ein. Während Beteiligungsmodelle mit Invesitionsfokus auf Deutschland 170,9 Millionen Euro und damit 53 Prozent weniger Eigenkapital als im Vorquartal platzierten, ging das Volumen bei Anlagen mit internationaler Ausrichtung sogar um 63 Prozent auf 130,9 Millionen Euro zurück.

Schiffsfonds flossen 89,8 Millionen Euro zu, was einem Minus von 29 Prozent entspricht. Von den Investitionen in diesem Segment entfielen wiederum 51,3 Millionen Euro auf Eigenkapitalerhöhungen.

Gestiegener Nachfrage erfreuten sich im dritten Quartal dagegen Beteiligungen aus den Bereichen Energie (Platzierungsvolumen: 162,7 Millionen Euro, plus 66 Prozent), Leasing (22,4 Millionen Euro, plus 92 Prozent) und Infrastruktur (6,4 Millionen Euro, plus 92 Prozent) sowie Flugzeugfonds (199,5 Millionen Euro, plus 141 Prozent). (hb)

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