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Private Equity: Nachhaltige Belebung nicht vor 2011

Der internationale Private-Equity-Markt kommt erst im nächsten Jahr wieder in die Gänge, so das Fazit einer Studie des Schweizer Beratungshauses SCM. Bei den Fundraising-Aktivitäten erwarten die Analysten noch in diesem Jahr einen merklichen Anstieg.

Im Sog der Finanzkrise

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die weltweite Beteiligungsbranche schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das vergangene Jahr war von einem starken Rückgang der Investitionen und der Fundraising-Aktivitäten, also den von Finanzinvestoren eingeworbenen Anlegergeldern, gekennzeichnet.

Auch bei den Veräußerungen von Firmenbeteiligungen, den sogenannten Exits, gab es bislang keine wirkliche Erholung. Das Kreditumfeld hat sich zum Jahresende zwar verbessert, dennoch sind die Banken weiterhin sehr wählerisch, sodass die Finanzierungsbedingungen nach wie vor schwierig sind.

Investitionen: Talsohle durchschritten

Das Investitionsvolumen im internationalen Beteiligungsmarkt schrumpfte im vergangenen Jahr von 159 auf 47 Milliarden US-Dollar zusammen, wie die gestern in Frankfurt vorgestellte „Annual Review & Outlook Studie“ des Private-Equity-Beraters SCM Strategic Capital Management zeigt. Den stärksten Rückgang verzeichnete Europa mit einem Minus von 74 Prozent, gefolgt von den USA (minus 70 Prozent). Asien büßte 55 Prozent ein.

Die SCM geht allerdings davon aus, dass bereits im ersten Halbjahr 2009 der Tiefpunkt bei den weltweiten Investitionen erreicht wurde. Aktuell sitzt die Branche auf Eigenkapital in Höhe von etwa 600 Milliarden US-Dollar, so die Studie.

Fundraising:  Kräfte sammeln nach dem Absturz

Einen noch drastischeren Absturz als bei den Investitionen gab es beim Fundraising. Das Volumen fiel 2009 von 413 auf 128 Milliarden US-Dollar. In den USA betrug der Rückgang minus 68 Prozent, in Europa minus 79 Prozent und in Asien minus 52 Prozent. Der Löwenanteil der eingesammelten Mittel entfiel mit 65 Prozent auf die USA.

Die SCM konstatiert, dass viele Fundraisings im vergangenen Jahr verzögert oder komplett verworfen wurden. Häufig wurden zudem Zielgrößen von Fonds reduziert. Ab dem zweiten Halbjahr 2010 rechnen die Experten allerdings mit einer deutlichen Zunahme der Fundraising-Aktivitäten.

Seite 2: Exits – Beteiligungsmanager spielen auf Zeit [1]

Die Exit-Aktivitäten im Buy-Out-Segment, also im Bereich größerer Beteiligungen, nahmen im vergangenen Jahr um 44 Prozent auf 101 Milliarden US-Dollar ab. Lediglich sieben Deals mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar kamen zustande – 2008 waren es 20, und 2007 noch 31.

Die SCM erwartet einen nachhaltigen Anstieg erst ab 2011, da Gewinnmaximierung selten im ersten Jahr nach einer Rezession erzielt werden könne und die Beteiligungsmanager in der Regel die nötige zeitliche Flexibilität haben, um abzuwarten. (hb)

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