G.U.B.-Doppelplus für MS „Nordic Stavanger“

Die Hamburger Ratingagentur G.U.B. hat den Fonds MS „Nordic Stavanger“ des Emissionshauses Sustainable Ship Invest mit 74 von 100 möglichen Punkten bewertet. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „gut“ (Doppelplus).

Richard Grube, Hermann Klughardt (v. li.), Sustainable Ship Invest
Richard Grube, Hermann Klughardt (v. li.), Sustainable Ship Invest

Die Fondsgesellschaft investiert in einen Handysize-Bulker mit einer Tragfähigkeit von 35.000 Tonnen (tdw), der auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten konzipiert wurde und Ende Mai 2012 abgeliefert werden soll. Im Anschluss ist das Schiff für mindestens drei Jahre an die San Juan Navigation in Seattle/USA verchartert. In den ersten beiden Jahren beträgt die Tagesrate 10.800 US-Dollar, 13.000 US-Dollar im dritten Jahr. Zusätzlich erhält der Fonds die Hälfte der tatsächlichen Erträgen aus dem Schiffsbetrieb, welche die Charterrate um 2.000 US-Dollar pro Tag übersteigen. Sustainable Ship Invest ist ein Joint Venture des Solarfondsinitiators Voigt & Collegen und des Schifffahrtsunternehmens Nordic Hamburg Capital.

Zu den Stärken/Chancen des Beteiligungsangebotes zählt nach Einschätzung der G.U.B., dass der Initiator Fonds- und Schifffahrts-Know-how vereine. Zudem bestätige ein Gutachter, dass der Baupreis des Bulkers inklusive Erstausstattung und Baureserve mit knapp 25 Millionen US-Dollar günstig sei. Die Analysten halten Vorteile durch das nachhaltige Schiffsdesign möglich und beurteilen die dreijährige Festcharter nebst Profit-Sharing-Vereinbarung als positiv. Da die Finanzierung nur über Eigenkapital erfolgen soll, entfielen nach der Vollplatzierung zudem die Risiken einer Fremdkapitalfinanzierung. Pluspunkte vergibt die G.U.B. für das den Anlegern gewährte Recht, in bestimmten persönlichen Notlagen ihren Fondsanteil zurückgeben zu können. Neben moderaten Fondskosten sei auch die Tatsache positiv, dass die Anleger die Ergebnisse aufgrund der „Tonnagesteuer“ weitgehend steuerfrei vereinnahmen könnten.

Schwächen/Risiken sehen die G.U.B.-Analysten darin, dass es sich um das erste Beteiligungsangebot von Sustainable Ship handelt und der Initiator auf die Abgabe einer Platzierungsgarantie verzichtet hat. Zudem bestünden noch Bau- und Ablieferungsrisiken. Auch die geringe Höhe der Anfangscharter sehen die Fondsexperten kritisch. Hinzu käme, dass die Prognose teilweise eine positive Marktwicklung voraussetze. Schließlich sei die Verflechtung von Treuhänder und Initiator ungünstig.

Die zur Cash.Medien AG gehörende G.U.B. bewertet seit 38 Jahren Produkte des privaten Kapitalmarkts und ist damit die älteste Ratingagentur Deutschlands. (sl/af)

Foto: HJ Buchholz

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