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VGF vermeldet verhaltenen Platzierungsauftakt 2011

Die im VGF organisierten Emissionshäuser haben im ersten Quartal 2011 mit 803,2 Millionen Euro rund acht Prozent weniger Anlegerkapital eingeworben als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum letzten Quartal des Jahres 2010 sank das Platzierungsvolumen gar um 25 Prozent.

VGF-Sprecher und Geschäftsführer Eric Romba

Das geht aus der aktuellen Platzierungsstatistik hervor, die der Berliner VGF Verband Geschlossene Fonds quartalsweise veröffentlicht.

Die platzierungsstärkste Anlageklasse bleiben wie in der zweiten Jahreshälfte 2010 die Deutschland-Immobilienfonds: Zwischen Anfang Januar und Ende März 2011 sammelten die Emissionshäuser in diesem Segment 248,3 Millionen Euro ein. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das allerdings einem Rückgang um 24 Prozent beziehungsweise einem Minus von sechs Prozent im Vergleich zum letzten Quartal 2010. Der Initiatorenverband VGF führt das Ergebnis auf das zahlenmäßig kleine Angebot an diesen Fonds zurück. Dies sei wiederum der Tatsache geschuldet, dass es derzeit schwierig sei, geeignete Fondsobjekte zu einem adäquaten Preis zu erwerben.

Für ihre Beteiligungsangebote an Auslandsimmobilien konnten die VGF-Initiatoren im ersten Quartal 2011 knapp 196,9 Millionen Euro einwerben, rund neun Prozent weniger als in den ersten drei Monaten des Jahres 2010.

Das mit Schiffsbeteiligungen platzierte Eigenkapitalvolumen ging im Vergleich zum Vorquartal um gut die Hälfte auf 82,9 Millionen Euro zurück. Knapp die Hälfte davon entfiel auf Kapitalerhöhungen, die meist zur Sanierung bestehender Fondsgesellschaften genutzt werden. Ihr Anteil sank um ein Drittel im Vergleich zum Schlussquartal 2010.

Die Energiefonds der VGF-Initiatoren hatten ebenfalls mit einer ausgeprägten Anlegerzurückhaltung zu kämpfen: Im Vergleich zum Schlussquartal 2010 wurden hier mit 58,4 Millionen Euro rund 78 Prozent weniger Mittel platziert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang des eingeworbenen Kapitals um rund 24 Prozent. Nach Einschätzung des VGF warten in diesem Marktsegment auch die Initiatoren derzeit ab, wie sich die Diskussion um die Energiewende und die daraus folgenden Änderungen im Bereich der Förderung erneuerbarer Energien weiterentwickeln.

Seite 2: Manche Fondsbranchen konnten auf Jahressicht auch zulegen [1]

Die höchsten Zuwächse konnten die Anbieter von Private-Equity-Offerten verbuchen. Zwischen Anfang Januar und Ende März 2011 sammelten die Emissionshäuser in diesem Segment 28,6 Millionen Euro ein – ein Plus von 725 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal als lediglich 3,5 Millionen Euro in die Wagniskapitalofferten der VGF-Initiatoren investiert wurden.

Auch die Infrastrukturfonds der VGF-Mitglieder kamen auf Jahressicht besser an: Das Platzierungsergebnis stieg von 2,6 Millionen Euro im ersten Quartal 2010 auf jetzt 10,6 Millionen Euro – ein Plus von 306 Prozent.

Für ihre Portfoliofonds konnten die Anbieter in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 mit 24,2 Millionen Euro rund 177 Prozent mehr Eigenkapital einsammeln als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Flugzeugfonds kamen binnen Jahresfrist auf einen Zuwachs um 30 Prozent. In dieser Fondsbranche konnten die Emissionshäuser rund 112,7 Millionen Euro einwerben. Allerdings betrug das platzierte Eigenkapitalvolumen in dieser Assetklasse im Vorquartal noch 173,7 Millionen Euro und im dritten Quartal 2010 noch 199,5 Millionen Euro.

“Derzeit werden zu wenig geschlossene Fonds für die vorhandene Nachfrage angeboten”, kommentiert VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba das Platzierungsergebnis des ersten Quartals 2011, “in den kommenden Monaten erwarten wir eine steigende Zahl neu aufgelegter Fonds, sodass die Platzierungszahlen entsprechend ansteigen werden.”

Überraschend hoch fiel der Rückgang des Geschäfts durch institutionelle Investoren aus: Trugen sie im ersten Quartal 2010 noch 181,2 Millionen zum Platzierungsergebnis bei, waren es mit 48,2 Millionen Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 73 Prozent weniger.  Im Schlussquartal 2010 hatte der Anteil der Institutionellen gar noch 252,9 Millionen Euro ausgemacht. (af)

Foto: Cash.