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Studie: Sicherheit vor Ausschüttung

Die Wealthcap [1] GmbH hat ihre Studie zu Anforderungen von Vertrieben und Produkteinkäufern an geschlossene Immobilienfonds [2] wiederholt. Sicherheit und Qualität sind demnach deutlich wichtiger als hohe Ausschüttungserwartungen.

Ausschüttungen spielen weiterhin eine untergeordnete Rolle.

Bei den qualitativen Kriterien steigt die Bedeutung von Objekt- und Standortqualität. Dies ist für 76 Prozent der Befragten das wichtigste Entscheidungskriterium. Die Leistungsbilanz und Historie des Anbieters wird im Vergleich zum Vorjahr mehr als dreimal so häufig als wichtigstes Kriterium genannt (60 Prozent). Mieter und Vertragslaufzeit werden doppelt so häufig als besonders bedeutsam gewichtet (59 Prozent). Ausschüttungen spielen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Sie sind für nur fünf Prozent das wichtigste Entscheidungskriterium. Der Markttrend, dass in Zeiten niedriger Zinsen die Renditeerwartungen zurückgehen, setzt sich demnach fort.

Ein-Objekt-Fonds verlieren an Bedeutung

Für rund 60 Prozent sind Büroimmobilien die attraktivste Nutzungsart in einem geschlossenen Immobilienfonds, ähnlich wie im Vorjahr. Ein-Objekt-Fonds werden weiter bevorzugt (41,7 Prozent), sinken aber in der Bedeutung im Vergleich zum Vorjahr (53,8 Prozent). Multi-Tenant-Objekte (49,4 Prozent) stehen in der Rangordnung weiter deutlich vor Single-Tenant-Objekten (14,5 Prozent).

Deutlich weniger Initiatoren erwartet

Die Studie wurde um einen Fragenblock zum Thema “Regulierung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)“ ergänzt. Der überwiegende Teil der Studienteilnehmer (70 Prozent) rechnet mit höherem Beratungsaufwand, höherer Komplexität und höheren Kosten auf Produktebene. Nur wenige Vertriebe und Produkteinkäufer rechnen mit höherer Nachfrage oder keinerlei Auswirkungen durch das KAGB. 85 Prozent der Befragten halten die Regulierung für vorteilhaft. Mehr als 50 Prozent erwarten nach Inkrafttreten des KAGB nur noch die Hälfte der zuvor aktiven Initiatoren am Markt. Jeder Fünfte rechnet sogar damit, dass 75 Prozent oder mehr Emissionshäuser verschwinden werden. Erhöhte Anbieterqualität durch Konsolidierung wird als zentral Vorteil gesehen.

An der Studie haben über 100 Personen aus unterschiedlichen Vertriebssparten teilgenommen, darunter Geschäftsbanken, Sparkassen und Vermögensverwalter. Das Platzierungspotenzial der Teilnehmer im Bereich geschlossener deutscher Immobilienfonds beläuft sich auf rund 684,5 Millionen Euro. Damit decken die Studienteilnehmer rund 22 Prozent des Gesamtmarktes für geschlossene Immobilienfonds ab. Die Studie wurde mittels eines Online-Fragebogens im September und Oktober durchgeführt. (kb)

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