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Auch Windwärts insolvent

Windwärts Energie, Projektentwickler für Windenergie, hat beim Amtsgericht Hannover die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Im Januar musste mit Prokon [1] bereits ein anderer namhafter Windkraftfinanzierer Insolvenz anmelden.

Nach Prokon muss auch Windwärts Insolvenz anmelden.

Windwärts Energie musste eigenen Angaben zufolge im vergangenen Dezember die Rückzahlung von Genussrechtskapital in Höhe von 1,9 Millionen Euro aussetzen und auf unbestimmte Zeit verschieben. Im Januar konnte das Unternehmen die fälligen Zinszahlungen für vier zwischen 2006 und 2013 aufgelegte Unternehmensgenussrechte in Höhe von 1,3 Millionen Euro ebenfalls nicht auszahlen.

Insolvenzantrag nach Rechtsgutachten

Wie das Unternehmen mitteilte, habe eine Wirtschaftskanzlei in einem von Windwärts in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten festgestellt, dass die Rückzahlungsansprüche der Genussrechtsinhaber entgegen der bisherigen Rechtsauffassung des Unternehmens bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit berücksichtigt werden müssen. Daher habe man umgehend den Insolvenzantrag eingereicht.

Im vergangenen Jahr hatten Verzögerungen bei laufenden Windenergieprojekten und Vorlaufkosten in den Auslandsmärkten die finanzielle Lage von Windwärts belastet. Daraufhin hatte das Unternehmen alle kurz- und mittelfristig nicht profitablen Geschäftsaktivitäten beendet. Dies betraf sowohl das Geschäftsfeld Photovoltaik als auch die Projektentwicklung in Italien.

Geschäftsbetrieb soll weitergeführt werden

Der Geschäftsbetrieb soll in Abstimmung mit dem vom Amtsgericht Hannover bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann fortgeführt werden. Die Betreibergesellschaften der Windenergie- und Solarprojekte, die von Windwärts über geschlossene Fonds realisiert wurden, sind nach Unternehmensangaben rechtlich unabhängig und daher vom Insolvenzverfahren nicht unmittelbar betroffen.

„Die bereits im vergangenen Jahr eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen und die guten Aussichten der laufenden Projekte stimmen mich zuversichtlich für die Zukunft des Unternehmens“, sagte Geschäftsführer Lothar Schulze. (kb)

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