22. Juli 2020, 14:43
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Sorgt Corona für einen Schub am Zweitmarkt für Lebensversicherungen?

Rund 20 Prozent der Arbeitnehmer und Selbstständigen, die aktuell eine finanzielle Durststrecke überstehen müssen, prüfen den Verkauf ihrer Policen. Die Corona-Krise hat nach Angaben des Zweitmarkthändlers für Lebensversicherungen, cash. life, einen Boom ausgelöst. Reüssiert ein Modell, dem nicht wenige mit Skepsis begegnen?

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Alex Brinkmann, Vorstand des LV-Zweitmarkthändlers cash.life.

Viele Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer sind durch die Corona-Pandemie schwer betroffen. Um Einkommenseinbußen auszugleichen und die Liquidität ihres Unternehmens zu sichern, wird vermehrt auf die Altersvorsorge zurückgegriffen.

Laut einer repräsentativen Umfrage von INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) sparen 20 Prozent aller Befragten derzeit an ihrer Altersvorsorge. Acht Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie Mietzahlungen aufschieben mussten, 13 Prozent ließen Versicherungsverträge beitragsfrei stellen und 19 Prozent sparen an der Altersvorsorge. „Liquiditätsengpässe sind aktuell das größte Problem von Selbstständigen und Unternehmern“, kommentiert Alex Brinkmann, Vorstand der cash.life AG, die Zahlen.

Eine wenig bekannte Möglichkeit zur Liquiditätsbeschaffung ist die Veräußerung von Lebensversicherungen am Zweitmarkt. Gleichwohl werden nach Angaben von Brinkmann aktuell nur etwa zwei Prozent aller aufgelösten Policen am Zweitmarkt veräußert. Hierdurch hätten deutsche Verbraucher alleine 2018 etwa 80 Millionen Euro verschenkt.

Während Versicherungsunternehmen bei der vorzeitigen Stornierung einer Police hohe Verwaltungsgebühren erheben, bieten die Akteure am Zweitmarkt für Lebensversicherungen deutlich fairere Summen. Brinkmann: „Der Verkauf einer Lebensversicherung am Zweitmarkt bringt bis zu zehn Prozent höhere Erträge als die Kündigung.“ Und auch die Abwicklung dauere bei seriösen Anbietern nicht länger als bei einer Kündigung der Police.

BFH-Urteil stärkt Zweitmarkt für Lebensversicherungen

Derweil hofft der Zweitmarkthändler – durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in seinem Geschäftsmodell bestätigt – auf einen zusätzlichen Schub im Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Das oberste Finanzgericht hatte nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen cash.life und dem Finanzamt Pullach die Rechtsaufassung der Berliner Zweitmarkthändlerin vollumfänglich geteilt und entschieden, dass der Weiterverkauf von Lebensversicherungspolicen umsatzsteuerfrei ist.

(BFH, AZ: V R 57/17, 05.09.2019) Ingo Wichelhaus, Vorstand des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) freut sich über das BFH-Urteil und sieht darin positive Impulse für die Branche: „Das Urteil bestätigt und sichert das Geschäftsmodell der Aufkäufer.“ Zudem rechne der Verband mit einem starken Wachstum der gesamten Branche.

Die cash.life AG profitiert gleich doppelt vom BFH-Urteil. Zum einen herrscht durch den höchstrichterlichen Entscheid endgültig Rechtssicherheit für das Geschäftsmodell, zum anderen konnte das Berliner Unternehmen eine Steuerrückstellung in Höhe von 280 Millionen Euro auflösen. In der Bilanz 2019 wird die cash.life AG einen entsprechend hohen Jahresüberschuss ausweisen. Das Eigenkapital der Gesellschaft stieg aufgrund der Einmaleffekte auf über 16 Millionen Euro.

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