Kritik an Unternehmensteuerreform

Am Freitag hat der Bundesrat grünes Licht für die Unternehmensteuerreform gegeben: Während Immobilienunternehmen die Senkung der Steuersätze begrüßen, werden die Zinsschranke und die Einbeziehung von Mietzahlungen in die Gewerbesteuer als problematisch eingeschätzt.

Dies ergab eine Umfrage des Zentralen Immobilien-Ausschuss (ZIA), Berlin, unter rund 100 Führungskräften und Entscheidungsträgern der Immobilienwirtschaft.

Demnach gehen 23 Prozent der Befragten von positiven Auswirkungen der Reform auf das eigene Unternehmen aus. Negative Folgen erwarten 43 Prozent. Rund ein Drittel geht davon aus, dass sich positive und negative Auswirkungen ausgleichen werden.

Die Zinsschranke ? wonach Aufwendungen für Zinsen zukünftig nur noch begrenzt steuerlich geltend gemacht werden können ? wird von 57 Prozent als Beeinträchtigung eingestuft. ?Gerade in der kapitalintensiven Immobilienwirtschaft führt die Zinsschranke schnell zu Steuerbelastungen, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Immobilienunternehmen beeinträchtigen. Hier muss dringend nachgebessert werden?, fordert Eckart John von Freyend, Vorsitzender des ZIA.

Eindeutiger fällt das Urteil zur teilweisen Einbeziehung von Mietzahlungen in die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer aus: 65 Prozent der Befragten erwarten negative Auswirkungen.

Der IVD Bundesverband spricht von einer Diskriminierung der Immobilienwirtschaft: ?Sie ist sehr viel stärker als andere Bereiche der Wirtschaft betroffen, weil traditionell mit sehr viel Fremdkapital gearbeitet wird?, sagt IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. (hi)

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