Bund legt TLG-Verkauf vorerst auf Eis

Einer der größten geplanten Immobilien-Deals des laufenden Geschäftsjahres fällt der Finanzkrise zum Opfer: Der Bund hat das Verkaufsfenster für die ostdeutsche Immobiliengesellschaft TLG, Berlin, bis auf weiteres geschlossen, wie das Finanzministerium (BMF) mitteilt.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: ?Die Privatisierung der TLG wird damit nicht aufgegeben, sondern bei einem besseren Marktumfeld mittelfristig wieder aufgenommen?, heißt es in der BMF-Mitteilung weiter.

Ursprünglich hatte der Bund geplant, das nach der Wende aus der Treuhandanstalt hervorgegangene Unternehmen noch in diesem Jahr unter den Hammer zu bringen und Ende Juni mit der Ausschreibung im EU-Amtsblatt bereits das Bieterverfahren eröffnet (cash-online berichtete hier).

Für das 25.800 in den neuen Bundesländern gelegene Immobilien im Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro umfassende Portfolio der TLG interessierten sich laut Angaben der ?Financial Times Deutschland? ein Konsortium um die US-Investmentbank Perella Weinberg, die Deutsche Seereederei und der US-Finanzinvestor Lone Star. Der Kaufpreis wurde von Experten bis zuletzt auf 700 bis 750 Millionen Euro taxiert.

Die TLG verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr den besten Abschluss ihrer Geschichte und verdoppelte ihren Nettogewinn annähernd auf 52,4 Millionen Euro. Obwohl die Braut entsprechend aufgehübscht ins Rennen geschickt wurde, gab es von Beginn an große Zweifel, ob der Zeitpunkt für den Verkauf geeignet sei. (hb)

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