Deutsche Gewerbeimmobilien: Preise legen kaum zu

Die Kaufpreise für deutsche Gewerbeobjekte sind seit Jahresbeginn um lediglich 1,6 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr hatten sich die Kaufpreise binnen Jahresfrist um acht Prozent verteuert. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Beratungsunternehmen DB Immobilien in einer Analyse der Preisentwicklung verschiedener Arten von Renditeobjekten in fünf Lagekategorien an 18 deutschen Standorten.

Die erlahmte Preisbewegung könne allerdings nicht als signifikante Wende nach unten gedeutet werden. ?Sie markiert aber sicher das Ende des seit 2005 anhaltenden Preisanstiegs, der maßgeblich durch die fremdkapitalgesteuerte Finanzinvestition in deutsche Immobilien zustande kam?, heißt es in einer Mitteilung. Den starken Rückgang dieser Entwicklung führt DB Immobilien auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten als Folge der US-Subprime-Krise zurück.

Investoren verhinderten Preiseinbruch
Dass der deutsche Markt nach der US-Hypothekenkrise nicht abgestürzt ist, liegt nach Einschätzung der Heidelberger Analysten an zunehmenden Einzeltransaktionen und der Rückkehr klassischer Investoren im zweiten Halbjahr 2007, die auf längerfristige Anlage bedachten sind. Zu diesen gehören unter anderem ausländische Asset-Fonds, deutsche Immobilien-AGs sowie offene und geschlossene Fonds und zu einem Gesamttransaktionsvolumen in Höhe von 95 Milliarden Euro beigetragen hätten.

Kaufpreise steigen geringfügig
Für die besseren Lagen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart, die DB Immobilien in einem Zehn-Jahresvergleich untersuchte, wurde ein durchschnittlicher Kaufpreis von 15,1 Jahresmieten errechnet. Das entspricht einer leichten Preissteigerung von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nettorendite sinkt danach bei angenommenen Bewirtschaftungskosten in Höhe von 20 Prozent von 5,4 auf 5,3 Prozent ab. Sie hat nach Einschätzung von DB Immobilien das Niveau des Jahres 1999 erreicht.

Günstige Bedingungen für Einzeltransaktionen
Aufgrund des Ausfalls großer Portfoliotransaktionen sei der Gesamtumsatz im ersten Quartal dieses Jahres um 30 Prozent zurückgegangen. Einzeldeals könnten von dieser Entwicklung profitieren, so die Einschätzung der Heidelberger Experten. Allerdings könnten einige Transaktionen infolge erhöhter Eigenkapitalforderungen gegenüber Finanzierern gefährdet werden. (af)

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