Immobilienpreise beeinflussen die Konjunkturentwicklung

Die Entwicklung der Immobilienpreise hat großen Einfluss auf das Auf und Ab der Wirtschaft. Dies ergibt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für zehn Industrieländer. Über alle Länder hinweg gerechnet, erklären die Preise für das Grundeigentum immerhin sechs Prozent der konjunkturellen Schwankungen.

In Deutschland beispielsweise sinkt das Bruttoinlandsprodukt binnen eines Jahres um 0,5 Prozent gegenüber dem langfristigen Trend, wenn die Immobilienpreise um ein Prozent gefallen sind. Die Erklärung laut IW Köln: Niedrigere Preise für Gebäude ziehen geringere Ausgaben für privaten Konsum nach sich, da sich die Haushalte ärmer fühlten. Darunter leide die Konjunktur.

Umgekehrt beeinflussten aber auch gesamtwirtschaftliche Größen wie die Wirtschaftsentwicklung, die Inflation und der Geldmarktzins die Immobilienpreise. In neun der zehn untersuchten Länder steigen laut IW Köln die Preise für Wohngebäude, wenn zuvor der Zinssatz gesenkt wurde. Besonders deutlich sei der Zusammenhang in Finnland: Senke die finnische Zentralbank Suomen Pankki den Geldmarktzins um ein Prozentpunkt, stiegen die Häuserpreise nach zwölf Monaten durchschnittlich um rund vier Prozent. (mo)

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