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Eigentumswohnungen billiger – Mieten höher

Eigentumswohnungen sind in den meisten deutschen Großstädten günstiger geworden. Anders dagegen die Mieten, die in der Mehrzahl der Metropolen stiegen oder zumindest stagnierten. Das ergab eine statistische Drei-Jahres-Auswertung der Daten des Immobilienportals Immowelt.de.

Demnach stiegen nur in neun von 81 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern die Kaufpreise von Eigentumswohnungen um drei oder mehr Prozent. In 18 Städten stagnierten die Kaufpreise (plus/minus zwei Prozent), in 54 Städten wurden Eigentumswohnungen billiger.

Gegenteilig sieht die Situation bei Mietwohnungen aus: In 35 Großstädten müssen Mieter heute mehr an ihren Vermieter überweisen als noch vor drei Jahren, in 29 Städten blieben die Mieten etwa gleich. Nur in 17 Großstädten gab es ein rückläufiges Mietniveau.

Die Mitte verliert

Starke Kaufpreisrückgänge gab es in Städten wie Paderborn (minus 38 Prozent), Krefeld (minus 35 Prozent), Hildesheim und Braunschweig (je minus 27 Prozent). Zu den wenigen Städten mit gestiegenen Kaufpreisen zählen Bremerhaven (26 Prozent, allerdings ausgehend von dem niedrigsten Niveau), Trier (zwölf Prozent), München (fünf Prozent) und Kiel (vier Prozent). Die Gründe für den Kaufpreisrückgang in vielen Städten sind vielfältig. Anzuführen ist laut Immowelt.de vor allem eine Marktbereinigung nach der leichten Überbewertung Ende der 1990er-Jahre.

Die Liste der Städte mit deutlichen Mietsteigerungen ist laut dem von Immowelt.de erhobenen Mietbarometer demgegenüber lang. Das Immowelt-Mietbarometer basiert auf dem kompletten Datenbestand des Immobilienportals Immowelt.de der ersten drei Quartale 2006 und 2009. Untersucht wurden die Mietpreise von Wohnungen in deutschen Großstädten. An der Spitze des Mietbarometers stehen die deutschen Randgebiete. Vor allem der Süden und einzelne Städte im Norden verzeichnen hohe Preissteigerungen. Besonders die gestiegene Quadratmeteranzahl pro Einwohner und mehr Single-Haushalte sorgen nach Angaben des Immobilienportals in vielen Großstädten für steigende Mieten. Die Städte in der Mitte Deutschlands und einige strukturschwache Städte in der Region Rhein-Ruhr verlieren bei den Mieten.

Nord und Süd profitieren

Ganz vorn liegen Kiel (22 Prozent) und Lübeck (19 Prozent). Die Hansestadt punktet laut Immowelt durch die Nähe zu Hamburg, Kiel profitiert von seiner Rolle als Landeshauptstadt und Universitätsstandort. Der Aufwärtstrend im Süden und Südwesten Deutschlands konzentriert sich auf wirtschaftsstarke Standorte wie Ulm. Dort stiegen die Mietpreise um satte 16 Prozent. Der gelungene Strukturwandel in der Metropolregion Nürnberg macht sich auch bei den Mieten bemerkbar: Sie haben sich in Nürnberg (elf Prozent) und Fürth (zwölf Prozent) deutlich erhöht.

Große Verluste zeigen sich laut Immowelt.de in der strukturschwächeren Mitte Deutschlands, zum Beispiel in Bielefeld (minus 16 Prozent), Paderborn (minus elf Prozent) und Siegen (minus acht Prozent). In der Region Rhein-Ruhr sinken die Mieten in kleineren Städten wie Remscheid, das nach Angaben des Immobilienportals seit Jahren sinkende Einwohnerzahlen verzeichnet. Dort findet sich dann auch mit 28 Prozent der stärkste Mietpreisrückgang unter allen deutschen Großstädten.

Ostdeutsche Großstädte wie Leipzig (plus ein Prozent) und Jena (plus drei Prozent) weisen dank eines großen Jobangebots und Universitäten stabile Mietpreise auf, haben aber wegen demographischer Aussichten schwierige Zeiten vor sich: Der Bevölkerungsrückgang wird den Osten nach Ansicht von Immowelt.de besonders hart treffen. (te)