11. Januar 2010, 14:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Euro-Ausblick: Im Westen viel Unterschiedliches

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die in diesem Ausblick betrachteten Staaten West-Europas (Niederlande, Frankreich und Spanien) unterschiedlich stark getroffen. Aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen wird sich der jeweilige Aufschwung unterschiedlich gestalten. Wegen der ungleichen Auswirkungen der Krise sowie der differenzierten Strukturen der gewerblichen Immobilienmärkte sind zudem sehr differenzierte Immobilienkonjunkturbilder  zu erwarten.

Gastkommentar: Dr. Günter Vornholz, Deutsche Hypo

VORNHOLZ-a-127x150 in Euro-Ausblick: Im Westen viel Unterschiedliches

Dr. Günter Vornholz, Deutsche Hypo

Die niederländische Wirtschaft hat den Tiefpunkt der Rezession durchschritten und sich stabilisiert. Die hohe Auslandsorientierung der Wirtschaft hat dazu geführt, dass der globale Nachfragerückgang sich besonders in den Niederlanden auswirkte. Der Abschwung setzte im zweiten Quartal 2008 ein und endete zum Jahresende 2009. Dies ist vor allem auf das starke staatliche Eingreifen mit drei Konjunkturpaketen zurückzuführen.

Der Export, der rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt, wird 2009 wegen der weltweiten Rezession drastisch zurückgehen. Der private Konsum leidet unter den negativen Vermögenseffekten und wird entsprechend schrumpfen. Für 2009 wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt um mehr als vier Prozent fallen wird, was der größte jemals ermittelte Rückgang ist.

Die Arbeitslosigkeit, die zwar auf einem in Europa vergleichbar niedrigem Niveau ist, wird sich bis 2011 im Vergleich zu 2008 mehr als verdoppeln . Dies wird sowohl den privaten Konsum als auch den Immobilienmarkt negativ beeinflussen. Für 2010 wird ein weiterer Rückgang des privaten Konsums erwartet, der aber durch die Zunahme der Exporte mehr als kompensiert wird. Insgesamt erwarten wir daher nur einen leichten Zuwachs und erst 2011 ein stärkeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Trotz der konjunkturellen Eintrübung hatte sich der Flächenumsatz 2008 am Büromarkt in Amsterdam, dem wichtigsten in den Niederlanden, noch relativ widerstandsfähig gezeigt. Im ersten Halbjahr erfolgte dann der Einbruch und folglich stieg die Leerstandsquote auf rund 18 Prozent. Hierbei ist aber ein hoher Sockelleerstand mit schwierig zu vermietenden Flächen zu berücksichtigen. Durch den rezessionsbedingten Nachfrageausfall und die noch relativ hohe Neubautätigkeit auch in den kommenden beiden Jahren ist mit einem weiteren Anstieg der Leerstände zu rechnen.

Weiter lesen: 1 2 3 4 5 6 7 8

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Ruhestand: Wohin mit den Rücklagen?

Einer aktuellen Umfrage der Postbank zufolge haben sich 62 Prozent der deutschen Rentner ein finanzielles Polster für den Lebensabend aufgebaut. Wie legt man diesen Vorrat im Alter am besten an und wie verbraucht man ihn sinnvoll?

mehr ...

Immobilien

Baubranche: Boom setzt sich fort – Genehmigungen stagnieren

Im deutschen Bauhauptgewerbe geht die gute Konjunktur weiter. Trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zum Januar registrierten die Betriebe im Februar den höchsten jemals gemessenen Neuauftragswert für diesen Monat.

mehr ...

Investmentfonds

EY: Dax-Konzerne verdienen insgesamt weniger

Die Konjunkturabkühlung hinterlässt Spuren in den Bilanzen der deutschen Börsenschwergewichte. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY.

mehr ...

Berater

“Kaiser ohne Kleider”: Kritik an Scholz nach geplatzter Fusion

Für Olaf Scholz (SPD) ist es eine mehr als unangenehme Nachricht: Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist geplatzt – ein Projekt, für das sich der Finanzminister ungewöhnlich weit aus dem Fenster gelehnt hatte.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...