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Großanleger-Fonds Degi Global Business wertet dramatisch ab

Die Kapitalanlagegesellschaft Aberdeen Asset Management hat den Immobilienbestand ihres institutionellen und derzeit von der Anteilsrücknahme ausgesetzten offenen Immobilienfonds Degi Global Business um 13,8 Prozent abgewertet. Aufgrund des Fremdkapitaleinsatzes lässt die Wertkorrektur den Nettoinventarwert (NAV) um 21,6 Prozent sinken.

Auf Nachfrage von cash-online teilte Aberdeen-Sprecher Dietmar Müller mit, dass die Abwertung die Fondsobjekte nicht durch die Bank betrifft, sondern allein die objektspezifischen Probleme zweier Immobilien für rund 65 Prozent der Abwertungshöhe verantwortlich zeichnen.

Müller führt dies auch auf die unterschiedliche Entwicklung der internationalen Investitionsmärkte zurück. So habe ein Büroobjekt in der rumänischen Hauptstadt Bukarest den Ausfall eines Ankermieters zu beklagen. Das Shopping-Center im kroatischen Zagreb hingegen sähe sich schnell wachsender Billig-Konkurrenz und Abwerbungsversuchen der Mieter ausgesetzt.

Der institutionelle Schwester-Fonds “German Business” hingegen ist laut Müller nicht von derartigen Abwertungen betroffen. Ebenso sei ein solches Abwertungsausmaß bei den beiden derzeit von der Anteilsrücknahme  ausgesetzten offenen Publikumsfonds Degi International und Degi Europa [1]keinesfalls zu erwarten. Mehr Informationen dazu wurden von Aberdeen für die kommenden Tage angekündigt.

Für die Zukunft plant Aberdeen, die hauseigenen Investmentprozesse komplett auf die Degi-Fonds zu übertragen. Diese sehen unter anderem vor, nur dort zu investieren, wo man selbst vor Ort vertreten ist.

Aberdeen ist der zweite Anbieter offener Immobilienfonds, der dramatische Wertkorrekturen vornehmen muss. Bereits im Juli 2009 hatte der offene Immobilien-Publikumsfonds P2 Value von Morgan Stanley seinen Immobilienbestand um 10,4 Prozent abgewertet [2], was einer NAV-Korrektur von 13,8 Prozent entsprach.

Als Konsequenz aus der Degi-Abwertung hat nun auch der TMW Immobilien Weltfonds “zum Schutz der Anleger” die Rücknahme von Anteilscheinen aufgrund nicht mehr ausreichender liquider Mittel ausgesetzt [3]. (te)

Foto: Shutterstock

Mehr zum Thema finden Sie im Dossier offene Immobilienfonds [4].