Gewerbe-Deals sollen in 2010 deutlich zulegen

Die EMEA-Capital-Markets-Einheit des weltweiten Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL) erwartet im Jahresverlauf eine deutliche Zunahme der Investitionstätigkeit bei Gewerbeimmobilien in der Region Europa/Mittlerer Osten/Afrika (EMEA).

handshake immobilieDie direkten Transaktionsvolumina in Gewerbeimmobilien der EMEA-Region lagen im ersten Quartal 2010 bei 20 Milliarden Euro, entsprechend einem Zuwachs im Jahresvergleich (erstes Quartal 2009: zwölf Milliarden Euro) von 75 Prozent. Auf Großbritannien entfiel mit 7,8 Milliarden Euro mehr als ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen, allesamt im Jahresvergleich mit einem Plus versehen, Deutschland mit 4,57 Milliarden Euro (plus 171 Prozent) und Frankreich (1,77 Milliarden Euro, plus 134 Prozent) und Schweden (1,36 Milliarden Euro, plus 245 Prozent).

„Die ersten drei Monate eines Jahres zeigen in der Regel die geringste Dynamik, rund 20 bis 30 Prozent unter dem vierten Quartal eines Vorjahres bewegen sich hier die Transaktionsvolumina. Der Druck, Transaktionen abschließen zu müssen ist für die Investoren noch nicht so stark. Insofern ist ein Rückgang von 15 Prozent in den ersten drei Monaten 2010 gegenüber dem Vorquartal, in dem das Volumen bei 25 Milliarden Euro lag, kein Zeichen eines abflauenden Marktes“, stellt Richard Bloxam, Direktor, EMEA Capital Markets bei JLL fest.

Derzeit würden bereits einige Transaktionen über 100 Millionen Euro und einige Portfolio-Deals auf dem Markt angeboten. „Unseren neuesten Prognosen nach dürften die Direkt-Transaktionsvolumina in europäische Gewerbeimmobilien für das Gesamtjahr mindestens 90 Milliarden Euro erreichen. Dies wären rund 30 Prozent mehr als 2009“, prognostiziert Bloxam.

Das verstärkte Investoren-Interesse an qualitativ hochwertigen Immobilien lässt sich laut JLL an der Bewegung der Spitzenrenditen für Büroflächen festmachen, die in den meisten europäischen Märkten im ersten Quartal 2010 zurückgegangen sind, in London West-End etwa um 50 Basispunkte, in den kontinentaleuropäischen Märkten zwischen zehn und 50 Basispunkten. In zwölf europäischen Märkten, darunter in der Londoner City, Brüssel, Madrid und Mailand sind die Spitzenwerte in dieser Assetklasse demnach stabil geblieben.

„Zwar bleibt der konjunkturelle Aufschwung weiterhin fragil, das Geschäftsklima verbessert sich aber und mit den verbesserten Kreditbedingungen drückt die Nachfrage nach Immobilien vonseiten der Core-Investoren die Renditen nach unten. Kurzfristig bieten die Zinssätze nach wie vor positive Cash-Flow-Gelegenheiten für Käufer mit Fremdkapital. Für Investoren mit einem langfristig ausgerichteten Anlagehorizont ist aber von besonderem Interesse, dass sich die verbessernden wirtschaftlichen Rahmendaten in dynamischere und stärkere Vermietungsmärkte niederschlagen“, erläutert Nigel Roberts, Leiter EMEA Research, bei JLL. (te)

Foto: Shutterstock

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