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Vivacon-Restrukturierungspuzzle nimmt Gestalt an

Die seit 2008 mit Liquiditätsnöten kämpfende und um Restrukturierung bemühte [1] Immobilien-AG Vivacon hat mit wesentlichen Hauptgläubigern Sanierungsvergleiche geschlossen sowie in deren Zuge eine Sachkapitalerhöhung durchgeführt, die eine Finanzierungs- und Liquiditätsplanung der zukünftigen Geschäftstätigkeit ermöglichen. Das teilten die Kölner heute adhoc mit.

Der Pflichtmitteilung zufolge fokussiert Vivacon die Geschäftstätigkeit zukünftig wieder vollumfänglich auf die Kernkompetenz im Bereich Erbbaurecht. Diese soll neben den Investitionen in Erbbaurechtsgrundstücke und dem Verkauf von Immobilien unter Erbbaurechtsbedingungen zukünftig auch verschiedene Dienstleistungen im Rahmen der Verwaltung, Bewirtschaftung, Finanzierung von Immobilien und Erbbaurechtsgrundstücken für Dritte umfassen.

Mit Abschluss der Vergleichsverhandlungen, den bereits erfolgten Kostenreduzierungen einschließlich deutlicher Personaleinsparungen sowie den in den letzten Monaten erfolgten Veräußerungen von Developmentprojekten [2], der Beteiligung an der Curanis Holding [3] sowie diverser Immobilienportfolien [4] sind laut Vivacon wesentliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und zur Sanierung der gesamten Unternehmensgruppe getroffen worden.

Den Vergleichen liegt ein nach IDW S6 geprüftes und mit einer positiven Fortführungsprognose versehenes Sanierungsgutachten zugrunde. Integraler Bestandteil der andauernden Sanierungsbemühungen und Grundlage der mit den Hauptgläubigerbanken geschlossenen Vergleiche ist eine erfolgte Kapitalerhöhung durch Wandlung eines Teilbetrags einer Wandelschuldverschreibung im Rahmen eines debt for Equity swaps in Eigenkapital.

Dazu hat Vivacon unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals eine Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen und die Saxon S.à r.l., Luxemburg, zur Zeichnung zugelassen. Saxon hat der Unternehmensmitteilung zufolge eine Teilforderung im Nennbetrag von insgesamt 18,6 Millionen Euro aus der Kündigung der am 28. April 2008 ausgegebenen Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von 24 Millionen von der Credit Suisse Securities (Europe) Limited erworben und in die Vivacon eingebracht. Mit erfolgter Eintragung der Sachkapitalerhöhung beträgt das Grundkapital der AG demnach rund 25,99 Millionen Euro. Saxon ist auf diese Weise mit einer Beteiligung von rund 23,48 Prozent an dem Grundkapital Vivacon beteiligt.

Im Zuge der Sanierung sind gemäß der adhoc-Mitteilung auch die Insolvenzanträge für die Immobilientochtergesellschaften in Salzgitter und Kassel [5] zwischenzeitlich zurückgenommen worden. Die Bestände befinden sich jedoch weiter in der Institutsverwaltung der finanzierenden Bank. Über die Sanierung und die zukünftigen Ziele der Geschäftstätigkeit im Bereich der Erbbaurechte will Vivacon ihren Aktionären auf der für den 21. Mai 2010 einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung [6] detailliert berichten. (te)

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